Richtig trinken

Wie viel Flüssigkeit braucht unser Körper wirklich?

Richtig trinken – wie viel Flüssigkeit braucht unser Körper wirklich

Wir beschäftigen uns ausführlich damit, was wir essen. Wir achten auf Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe – und manchmal vergessen wir dabei etwas ganz Grundlegendes:

Unser Körper braucht Wasser. Jeden Tag.

Aber wie viel eigentlich?

Müssen es wirklich zwei oder sogar drei Liter täglich sein? Zählt Kaffee mit? Ist Mineralwasser besser als Leitungswasser? Brauchen wir Wasser mit vielen Mineralstoffen? Und was ist mit gefiltertem Wasser, Osmosewasser oder sogenanntem basischem Wasser?

Auch rund ums Trinken gibt es erstaunlich viele Regeln und Empfehlungen. Manche Menschen laufen deshalb ständig mit einer Wasserflasche herum und versuchen, möglichst viel zu trinken. Andere stellen am Abend fest, dass sie außer zwei Tassen Kaffee kaum etwas getrunken haben.

Dabei ist es auch hier nicht sinnvoll, für jeden Menschen dieselbe starre Vorgabe zu machen.

Wie viel Flüssigkeit wir benötigen, hängt unter anderem von unserem Körper, unserer Ernährung, unserer Bewegung, der Umgebungstemperatur und unserer individuellen Situation ab.

Und auch die Frage, was wir trinken, spielt eine Rolle.

Ein Glas Wasser, eine Limonade, ein Fruchtsaft und ein gesüßter Eistee liefern zwar alle Flüssigkeit – ernährungsphysiologisch sind sie trotzdem etwas völlig anderes.

Auf dieser Seite schauen wir uns deshalb nicht nur an, wie viel wir trinken sollten, sondern auch, welche Getränke sich für den Alltag eignen, wann unser Flüssigkeitsbedarf steigt und welche Aussagen rund ums Trinken tatsächlich stimmen.

Denn auch beim Trinken gilt:

Nicht möglichst viel ist das Ziel – sondern ausreichend und passend zur eigenen Situation.

Richtig trinken – wie viel Flüssigkeit braucht unser Körper wirklich

Warum Wasser für unseren Körper lebensnotwendig ist

Wasser ist nicht einfach nur ein Getränk. Es ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Körpers und die Voraussetzung für zahlreiche lebenswichtige Vorgänge.

Je nach Alter, Geschlecht und Körperzusammensetzung besteht der menschliche Körper zu einem beträchtlichen Teil aus Wasser. Der genaue Anteil ist nicht bei jedem gleich. Menschen mit einem höheren Muskelanteil haben beispielsweise tendenziell einen höheren Körperwasseranteil als Menschen mit einem höheren Fettanteil.

Unser Körper kann zwar bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen kleine Mengen Wasser selbst bilden – seinen Flüssigkeitsbedarf kann er damit aber bei weitem nicht decken.

Wir müssen regelmäßig Flüssigkeit zuführen.

Wasser ist Transportmittel

Unser Blut besteht zu einem großen Teil aus Wasser.

Damit können unter anderem Nährstoffe und Stoffwechselprodukte durch unseren Körper transportiert werden. Auch die Nieren benötigen ausreichend Wasser, um gelöste Stoffe mit dem Urin ausscheiden zu können.

Wasser ist also an vielen Transport- und Ausscheidungsprozessen beteiligt.

Wasser hilft uns, unsere Körpertemperatur zu regulieren

Wenn uns heiß wird, beginnen wir zu schwitzen.

Verdunstet der Schweiß auf unserer Haut, wird Wärme abgegeben und der Körper kann sich abkühlen.

Das erklärt gleichzeitig, warum unser Flüssigkeitsbedarf an heißen Tagen oder bei körperlicher Anstrengung deutlich steigen kann.

Wir verlieren dann nicht nur Wasser, sondern über den Schweiß auch Elektrolyte, beispielsweise Natrium.

Deshalb kann bei sehr starkem oder lang anhaltendem Schwitzen irgendwann nicht mehr nur die Frage wichtig sein:

„Wie viel Wasser trinke ich?“

sondern auch:

„Was verliere ich mit dem Schweiß?“

Darauf kommen wir später noch ausführlicher zurück.

Auch unsere Verdauung braucht Wasser

Wasser spielt ebenfalls bei der Verdauung eine wichtige Rolle.

Es ist Bestandteil unserer Verdauungssäfte und hilft dabei, dass der Darminhalt eine geeignete Konsistenz behält.

Besonders deutlich wird das beim Thema Ballaststoffe.

Viele Ballaststoffe können Wasser binden und aufquellen. Wer seine Ballaststoffzufuhr deutlich erhöht, gleichzeitig aber sehr wenig trinkt, tut seiner Verdauung deshalb nicht unbedingt einen Gefallen.

Schau dir dazu auch meine beiden Beiträge an: Ballaststoffe verstehen und Darmgesundheit verstehen

Wir verlieren ständig Wasser

Unser Körper verliert nicht erst Flüssigkeit, wenn wir zur Toilette gehen.

Wasser verlassen wir über:

Urin, Stuhl, Haut und Atemluft.

Ein Teil davon geschieht völlig unbemerkt. Auch wenn wir nicht sichtbar schwitzen, verlieren wir über Haut und Atmung kontinuierlich Wasser.

Diese Verluste müssen wir wieder ausgleichen.

Und genau deshalb können wir nicht einfach einen großen Wasservorrat für die nächsten drei Tage anlegen.

Unser Körper reguliert seinen Wasserhaushalt laufend.

Die Nieren leisten dabei erstaunliche Arbeit

Unsere Nieren spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts.

Wenn wenig Wasser zur Verfügung steht, kann der Körper die Wasserausscheidung reduzieren und den Urin stärker konzentrieren. Steht reichlich Flüssigkeit zur Verfügung, kann entsprechend mehr Wasser ausgeschieden werden.

Daran sind verschiedene Hormone beteiligt – insbesondere das antidiuretische Hormon (ADH, auch Vasopressin genannt).

Unser Körper besitzt also ein ziemlich ausgeklügeltes Regulationssystem.

Und dazu gehört auch ein Signal, das jeder von uns kennt:

Durst.

Durst ist kein lästiges Gefühl, das wir möglichst überlisten müssen, sondern ein wichtiger Bestandteil unserer Flüssigkeitsregulation.

💡 Merke

Wasser ist an praktisch allen wichtigen Bereichen unseres Stoffwechsels beteiligt: Transport, Temperaturregulation, Verdauung, Ausscheidung und zahlreiche chemische Reaktionen sind darauf angewiesen.

Aber daraus folgt nicht:

Je mehr Wasser ich trinke, desto gesünder bin ich.

Unser Ziel ist nicht, möglichst viel zu trinken, sondern unsere Flüssigkeitsverluste angemessen auszugleichen.

Und damit kommen wir als Nächstes zu der wahrscheinlich wichtigsten Frage der ganzen Seite:

Wie viel sollten wir täglich trinken?

„Du musst mindestens zwei Liter Wasser am Tag trinken.“

Diesen Satz hat wahrscheinlich fast jeder schon einmal gehört. Manchmal werden daraus sogar drei Liter – unabhängig davon, ob jemand 50 oder 100 Kilogramm wiegt, den ganzen Tag im Büro sitzt oder bei 30 Grad körperlich arbeitet.

So einfach lässt sich unser Flüssigkeitsbedarf nicht berechnen.

Denn wir verlieren nicht jeden Tag dieselbe Menge Wasser – und wir nehmen Wasser auch nicht ausschließlich über Getränke auf.

Trinken ist nur ein Teil unserer Flüssigkeitszufuhr

Auch Lebensmittel enthalten Wasser.

Besonders viel steckt beispielsweise in Gemüse und Obst, aber auch Joghurt, Suppen und viele andere Lebensmittel tragen zur täglichen Flüssigkeitsversorgung bei.

Gurke, Tomate, Zucchini, Wassermelone oder Erdbeeren bestehen sogar zum überwiegenden Teil aus Wasser.

Das bedeutet:

Was wir essen, beeinflusst auch, wie viel wir trinken müssen.

Wer viel Gemüse, Obst und andere wasserreiche Lebensmittel isst, nimmt darüber bereits beträchtliche Flüssigkeitsmengen auf.

Wer dagegen hauptsächlich trockene Lebensmittel wie Brot, Cracker oder stark verarbeitete Produkte isst, bekommt über seine Nahrung entsprechend weniger Wasser.

Woher kommt dann die Empfehlung von ungefähr 1,5 – 2 Litern?

Im deutschsprachigen Raum wird für gesunde Erwachsene häufig eine Getränkemenge von ungefähr 1,5 – 2 Litern täglich als Orientierung genannt.

Das ist aber kein persönliches Soll, das jeder Mensch jeden Tag exakt erreichen muss.

Zur gesamten Wasserzufuhr kommt nämlich zusätzlich das Wasser aus Lebensmitteln. Außerdem entsteht eine kleine Menge sogenanntes Oxidationswasser bei Stoffwechselprozessen.

Deshalb ist es wichtig, zwischen

„Wie viel Wasser braucht mein Körper insgesamt?“

und

„Wie viel davon muss ich trinken?“

zu unterscheiden.

Die beiden Zahlen sind nicht identisch.

Kann man den Bedarf nach Körpergewicht berechnen?

Man findet häufig Faustformeln wie 30 bis 35 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht.

Solche Berechnungen können eine grobe Orientierung geben, haben aber Grenzen.

Ein Mensch mit 100 Kilogramm Körpergewicht benötigt nicht zwangsläufig exakt doppelt so viel Flüssigkeit wie jemand mit 50 Kilogramm. Körperzusammensetzung, Ernährung, Alter, Aktivität und Umgebung spielen ebenfalls eine Rolle.

Deshalb würde ich solche Formeln nicht als Trinkvorschrift verwenden.

Sie können höchstens helfen, ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen.

Wann brauchen wir mehr?

Unser Flüssigkeitsbedarf kann deutlich steigen, wenn wir mehr Wasser verlieren.

Das ist beispielsweise der Fall bei:

  • großer Hitze,
  • körperlicher Arbeit oder Sport,
  • starkem Schwitzen,
  • Fieber,
  • Durchfall oder Erbrechen,
  • sehr trockener oder heißer Umgebungsluft.

Auch die Ernährung kann den Bedarf beeinflussen. Wer beispielsweise seine Ballaststoffzufuhr deutlich erhöht, sollte gleichzeitig auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Unter solchen Bedingungen können aus den üblichen 1,5 Litern Getränken schnell deutlich mehr werden.

Und bei starken Flüssigkeitsverlusten müssen wir, wie bereits erwähnt, irgendwann auch die Elektrolyte berücksichtigen.

Und wann kann weniger notwendig sein?

Auch das gibt es.

Ein kleiner, wenig aktiver Mensch, der viele wasserreiche Lebensmittel isst und sich bei gemäßigten Temperaturen aufhält, benötigt möglicherweise weniger Getränke als jemand, der bei Sommerhitze mehrere Stunden körperlich arbeitet.

Außerdem gibt es Erkrankungen, bei denen die Trinkmenge medizinisch begrenzt werden muss – beispielsweise bei bestimmten schweren Herz- oder Nierenerkrankungen.

Deshalb ist die pauschale Aufforderung „Trink einfach möglichst viel!“ nicht für jeden Menschen sinnvoll.

Ist Durst ein guter Ratgeber?

Für gesunde Erwachsene funktioniert die körpereigene Durstregulation grundsätzlich ziemlich gut.

Wenn die Konzentration gelöster Stoffe im Blut steigt oder sich das Blutvolumen verändert, reagiert unser Körper mit verschiedenen Regulationsmechanismen – und Durst gehört dazu.

Wir müssen deshalb nicht bei jedem ersten Durstgefühl denken:

„Jetzt bin ich bereits gefährlich ausgetrocknet.“

Das ist ein verbreiteter Mythos.

Trotzdem gibt es Situationen, in denen wir uns nicht ausschließlich auf Durst verlassen sollten.

Ein besonders wichtiges Beispiel sind ältere Menschen.

Mit zunehmendem Alter kann das Durstgefühl nachlassen

Das finde ich für unsere Seite besonders wichtig.

Mit zunehmendem Alter kann die Wahrnehmung von Durst weniger ausgeprägt sein. Gleichzeitig können weitere Faktoren hinzukommen: Manche Menschen trinken absichtlich weniger, weil sie nachts häufig zur Toilette müssen, Probleme mit Inkontinenz haben oder schlicht vergessen zu trinken.

Auch bestimmte Medikamente können den Wasser- und Elektrolythaushalt beeinflussen.

Deshalb kann es im höheren Alter sinnvoll sein, bewusst auf regelmäßiges Trinken zu achten, auch wenn kein ausgeprägtes Durstgefühl vorhanden ist.

Das bedeutet wiederum nicht, dass jeder ältere Mensch zwanghaft mehrere Liter trinken muss.

Es geht darum, das nachlassende Durstsignal als möglichen Faktor zu kennen.

Der Blick ins Klo – eine einfache Orientierung

Eine meiner einfachsten Empfehlungen lautet:

Schau beim Toilettengang auf die Farbe deines Urins.

Unser Körper reguliert über die Nieren, wie viel Wasser er ausscheidet. Haben wir wenig Flüssigkeit zur Verfügung, wird der Urin normalerweise stärker konzentriert und dadurch dunkler. Bei guter Flüssigkeitsversorgung ist er meist heller.

Als grobe Orientierung kann man sich merken:

Hellgelb bis strohgelb: meist ein gutes Zeichen für eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung.
Deutlich dunkelgelb: kann ein Hinweis darauf sein, dass es Zeit wäre, etwas zu trinken.

Dabei gibt es natürlich Ausnahmen. Der erste Morgenurin ist beispielsweise normalerweise konzentrierter und damit etwas dunkler. Auch bestimmte Lebensmittel, Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel können die Urinfarbe verändern.

Deshalb ist die Farbe kein medizinischer Test. Für den normalen Alltag ist der regelmäßige Blick ins Klo aber eine ausgesprochen einfache Möglichkeit, ein Gefühl für die eigene Flüssigkeitsversorgung zu bekommen.

Manche Lebensmittel lassen uns häufiger zur Toilette gehen

Vielleicht hast du selbst schon bemerkt, dass du nach bestimmten Lebensmitteln oder Getränken häufiger Wasser lassen musst.

Das kann tatsächlich vorkommen. Manche Inhaltsstoffe können die Harnausscheidung beeinflussen. Gleichzeitig enthalten beispielsweise Gurken, Wassermelonen oder Spargel sehr viel Wasser. Wenn wir davon größere Mengen essen, nehmen wir damit auch zusätzliche Flüssigkeit auf – und ein Teil davon wird anschließend wieder über die Nieren ausgeschieden.

Deshalb bedeutet „Ich muss häufiger aufs Klo“ nicht automatisch „Dieses Lebensmittel trocknet meinen Körper aus“.

Auch Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke können kurzfristig die Urinausscheidung erhöhen. Wer regelmäßig Kaffee trinkt, entwickelt allerdings eine gewisse Gewöhnung. Die Flüssigkeit aus Kaffee darf deshalb grundsätzlich zur täglichen Flüssigkeitszufuhr mitgerechnet werden.

💡 Beobachte auch hier deinen Körper

Unsere Flüssigkeitsbilanz wird nicht nur davon bestimmt, wie viel wir aus dem Glas trinken. Wasserreiche Lebensmittel, Getränke, Schwitzen, Bewegung, Temperatur und die Ausscheidung wirken zusammen.

💡 Mein Alltagstipp

Du musst nicht ständig Milliliter zählen oder mit einer Zwei-Liter-Flasche kontrollieren, ob du dein Tagespensum geschafft hast.

Schau regelmäßig ins Klo. Dein Urin gibt dir einen einfachen Hinweis darauf, ob deine Trinkmenge zu deiner momentanen Situation passt.

Woran merken wir, dass wir zu wenig trinken?

Unser Körper besitzt mehrere Mechanismen, die uns dabei helfen, seinen Wasserhaushalt zu regulieren.

Der offensichtlichste ist: Durst.

Wenn wir Durst bekommen, möchte unser Körper uns normalerweise nicht sagen, dass bereits etwas Dramatisches passiert ist. Er signalisiert schlicht: Es wäre jetzt sinnvoll, Flüssigkeit zuzuführen.

Deshalb müssen wir Durst nicht ignorieren oder uns angewöhnen, ihn ständig mit vorsorglichem Trinken zu überholen.

Typische Zeichen bei Flüssigkeitsmangel

Wenn dem Körper zunehmend Wasser fehlt, können verschiedene Beschwerden auftreten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • stärkeres Durstgefühl und trockener Mund
  • weniger und stärker konzentrierter Urin
  • Müdigkeit und nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel oder Kreislaufbeschwerden
  • bei stärkerem Flüssigkeitsmangel auch Verwirrtheit und deutliche körperliche Schwäche

Allerdings ist mir bei dieser Liste etwas wichtig:

Keines dieser Symptome beweist für sich allein, dass jemand zu wenig getrunken hat.

Wer Kopfschmerzen hat, braucht nicht automatisch nur ein Glas Wasser. Müdigkeit kann hundert verschiedene Ursachen haben und auch Schwindel sollte man nicht einfach mit „Du musst mehr trinken“ abtun.

Die Symptome müssen immer im Zusammenhang betrachtet werden.

Der Urin liefert uns einen zusätzlichen Hinweis

Deshalb finde ich für den Alltag den bereits angesprochenen Blick ins Klo so praktisch.

Wenn du bemerkst: Ich habe heute kaum getrunken, ich habe Durst und mein Urin ist deutlich dunkler und konzentrierter als sonst, dann passen mehrere Hinweise zusammen.

Ein einzelner dunkler Morgenurin ist dagegen völlig normal.

Auch hier zählt also das Gesamtbild.

Besonders aufmerksam bei Hitze und starkem Schwitzen

An einem heißen Sommertag kann sich die Situation schneller verändern.

Wenn wir stark schwitzen, verlieren wir Wasser und Elektrolyte. Kommen körperliche Anstrengung, hohe Temperaturen oder vielleicht noch Durchfall oder Erbrechen dazu, können die Verluste erheblich werden.

Dann reicht es nicht unbedingt, irgendwann am Abend festzustellen:

„Heute habe ich aber wenig getrunken.“

In solchen Situationen ist es sinnvoll, frühzeitig und regelmäßig Flüssigkeit zuzuführen.

Bei sehr starken oder länger anhaltenden Verlusten können zusätzlich Elektrolyte notwendig sein.

Ältere Menschen bemerken Flüssigkeitsmangel manchmal später

Hier würde ich noch einmal auf das Alter zurückkommen, weil dieser Punkt wirklich wichtig ist.

Wenn das Durstgefühl schwächer ausgeprägt ist, fällt ein wesentliches Warnsignal weg beziehungsweise wird weniger deutlich wahrgenommen.

Hinzu kommt manchmal, dass ältere Menschen bewusst wenig trinken, weil sie nicht so häufig zur Toilette gehen möchten.

Das kann schnell zu einem ungünstigen Kreislauf werden.

Hier können einfache Gewohnheiten helfen: morgens ein Glas bereitstellen, Getränke sichtbar platzieren oder zu bestimmten Alltagssituationen automatisch etwas trinken.

Nicht als Zwang – sondern als Erinnerung, wenn der Durst als Erinnerung nicht mehr zuverlässig genug funktioniert.

Muss man vorbeugend trinken, bevor man Durst hat?

Im normalen Alltag eines gesunden Erwachsenen müssen wir daraus keine Wissenschaft machen.

Wer Durst hat, trinkt. Wer beim Essen gerne etwas trinkt, trinkt. Wer zwischendurch an seinem Glas vorbeikommt, nimmt ein paar Schlucke.

Anders kann es bei längerer körperlicher Belastung, großer Hitze oder Situationen aussehen, in denen man weiß, dass man später nicht problemlos trinken kann.

Dann kann es durchaus sinnvoll sein, nicht erst auf starken Durst zu warten.

💡 Mein einfacher Check im Alltag

Statt ständig eine App zu bemühen oder jedes Glas Wasser zu dokumentieren, kannst du auf mehrere Signale achten:

Habe ich Durst?
Wie häufig gehe ich zur Toilette?
Welche Farbe hat mein Urin?
Habe ich heute stark geschwitzt?
War es besonders heiß?
Habe ich viele wasserreiche Lebensmittel gegessen?

Wenn wir unseren Körper beobachten, brauchen wir im normalen Alltag häufig keine komplizierte Berechnung.

Kann man auch zu viel trinken?

Ja. Auch beim Wasser gilt: Mehr ist nicht automatisch besser.

Unsere Nieren können überschüssiges Wasser ausscheiden und unseren Wasser- und Elektrolythaushalt sehr genau regulieren. Diese Regulationsfähigkeit hat aber Grenzen.

Wer innerhalb kurzer Zeit sehr große Mengen Wasser trinkt, kann dem Körper tatsächlich schaden.

Was passiert, wenn wir extrem viel Wasser trinken?

Unser Blut enthält neben Wasser verschiedene gelöste Stoffe – darunter Natrium, das für zahlreiche Körperfunktionen wichtig ist.

Wird in kurzer Zeit wesentlich mehr Wasser aufgenommen, als die Nieren ausscheiden können, wird das Blut zunehmend verdünnt. Dadurch kann die Natriumkonzentration im Blut zu stark absinken.

Man spricht von einer Hyponatriämie.

Durch das veränderte Verhältnis von Wasser und Elektrolyten kann Wasser in die Körperzellen einströmen. Besonders problematisch ist das im Gehirn, weil sich das Gehirn innerhalb des knöchernen Schädels nicht beliebig ausdehnen kann.

Eine schwere wasserbedingte Hyponatriämie ist deshalb ein medizinischer Notfall.

Wann kann das passieren?

Im normalen Alltag passiert das einem gesunden Menschen nicht, nur weil er einmal ein Glas Wasser mehr getrunken hat.

Problematisch können sehr große Flüssigkeitsmengen innerhalb kurzer Zeit werden.

Ein besonderes Risiko kann beispielsweise bei langen Ausdauerbelastungen entstehen. Wer über viele Stunden stark schwitzt und dabei große Mengen reines Wasser trinkt, verliert über den Schweiß gleichzeitig Natrium.

Dann können zwei Dinge zusammentreffen:

viel Wasser hinein – Natrium hinaus.

Deshalb spielen bei längeren intensiven Belastungen nicht nur die Flüssigkeitsmenge, sondern auch die Elektrolyte eine Rolle.

Muss ich meine Nieren mit viel Wasser „durchspülen“?

Auch diese Vorstellung begegnet einem häufig:

„Je mehr ich trinke, desto besser werden Giftstoffe aus dem Körper gespült.“

Unsere Nieren benötigen selbstverständlich ausreichend Flüssigkeit, um ihre Aufgaben erfüllen und wasserlösliche Stoffe ausscheiden zu können.

Aber daraus folgt nicht, dass sie umso besser arbeiten, je mehr Liter Wasser wir trinken.

Ein gesunder Körper reguliert die Ausscheidung entsprechend der jeweiligen Situation. Überschüssiges Wasser muss letztlich ebenfalls wieder ausgeschieden werden.

Ausreichend trinken unterstützt die normale Körperfunktion – zwanghaftes Vieltrinken bringt keinen zusätzlichen Reinigungseffekt.

Auch ständig farbloser Urin ist nicht das Ziel

Hier können wir wieder unseren Blick ins Klo verwenden.

Wenn der Urin einmal sehr hell oder nahezu farblos ist, ist das natürlich kein Problem.

Wenn jemand aber den ganzen Tag große Mengen trinkt und der Urin praktisch immer völlig farblos ist, kann das schlicht ein Hinweis darauf sein, dass mehr Flüssigkeit aufgenommen wird, als gerade benötigt wird.

Wir müssen unseren Urin also nicht möglichst durchsichtig bekommen.

Hellgelb reicht völlig.

Bestimmte Menschen müssen bei der Trinkmenge besonders aufpassen

Für die meisten gesunden Menschen funktioniert die Regulation von Durst und Flüssigkeitsausscheidung sehr gut.

Bei bestimmten Erkrankungen kann das anders sein.

Vor allem bei manchen Herz- und Nierenerkrankungen kann eine medizinisch festgelegte Begrenzung der Flüssigkeitszufuhr notwendig sein. Auch bestimmte Medikamente und Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts können die Situation verändern.

In solchen Fällen gilt natürlich nicht die allgemeine Empfehlung:

„Trink einfach mehr.“

Hier richtet sich die Trinkmenge nach der individuellen medizinischen Situation.

💡 Die richtige Menge liegt zwischen zu wenig und zu viel

Wir brauchen ausreichend Flüssigkeit – aber wir müssen unseren Körper nicht mit Wasser überfluten.

Durst, Urinfarbe, Ernährung, Bewegung, Temperatur und Flüssigkeitsverluste geben uns im Alltag gute Hinweise darauf, was wir gerade benötigen.

Das Ziel ist eine ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz – nicht eine möglichst hohe Literzahl.

Was sollten wir trinken?

Wenn wir von ausreichendem Trinken sprechen, stellt sich natürlich nicht nur die Frage wie viel, sondern auch:

Was trinken wir eigentlich?

Rein für die Flüssigkeitsversorgung ist die Antwort zunächst ziemlich unspektakulär:

Wasser ist der ideale Durstlöscher.

Es liefert Flüssigkeit, keine Kalorien und keinen Zucker und muss nicht erst durch Geschmack attraktiver gemacht werden.

Das bedeutet aber nicht, dass wir unser Leben lang ausschließlich Wasser trinken müssen.

Wasser – die einfachste Lösung

Für den täglichen Flüssigkeitsbedarf ist Wasser für mich die Grundlage.

Ob Leitungswasser, Mineralwasser oder entsprechend aufbereitetes Wasser besser geeignet ist, schauen wir uns im nächsten Abschnitt genauer an.

Und auch die Frage mit oder ohne Kohlensäure ist weniger kompliziert, als sie manchmal dargestellt wird.

Kohlensäurehaltiges Wasser ist nicht grundsätzlich ungesund und „übersäuert“ unseren Körper nicht. Manche Menschen vertragen Kohlensäure allerdings weniger gut, müssen davon häufiger aufstoßen oder empfinden sie bei einem empfindlichen Magen als unangenehm.

Ich selbst bevorzuge inzwischen stilles Wasser und vermisse Kohlensäure überhaupt nicht mehr.

Das ist aber eine persönliche Vorliebe und keine Regel für gesunde Ernährung.

Ungesüßter Tee – Abwechslung ohne Zucker

Ungesüßte Kräuter- und Früchtetees können eine gute Möglichkeit sein, etwas Abwechslung ins Glas zu bringen.

Im Winter warm, im Sommer abgekühlt – und schon schmeckt Wasser nicht jeden Tag gleich.

Auch hier würde ich allerdings nicht aus jedem Kräutertee ein Gesundheitselixier machen.

Kräuter enthalten biologisch aktive Stoffe. Wer bestimmte Kräutertees täglich in sehr großen Mengen trinkt, sollte deshalb durchaus darauf achten, welche Pflanzen enthalten sind.

Für den Alltag kann man einfach verschiedene Sorten abwechseln.

Zählt Kaffee zur Flüssigkeitszufuhr?

Ja. Der alte Satz:

„Zu jeder Tasse Kaffee musst du ein Glas Wasser trinken, weil Kaffee dem Körper Wasser entzieht“ hält sich erstaunlich hartnäckig.

Koffein kann die Harnausscheidung kurzfristig etwas erhöhen, besonders bei Menschen, die Koffein nicht regelmäßig konsumieren. Bei gewohnheitsmäßigen Kaffeetrinkern fällt dieser Effekt geringer aus.

Die Flüssigkeit in einer Tasse Kaffee verschwindet aber nicht einfach wieder vollständig aus unserem Körper.

Kaffee trägt deshalb zur täglichen Flüssigkeitszufuhr bei.

Das Glas Wasser zum Kaffee darf natürlich trotzdem bleiben. Gerade in Österreich gehört es ja fast schon zum Kaffee dazu. 😉

Ich würde Kaffee trotzdem nicht zum hauptsächlichen Durstlöscher machen. Koffein wirkt anregend, und gerade größere Mengen oder Kaffee am späteren Tag können beispielsweise den Schlaf beeinträchtigen.

Was ist mit Milch?

Milch besteht größtenteils aus Wasser und trägt natürlich ebenfalls zur Flüssigkeitszufuhr bei.

Ernährungsphysiologisch würde ich sie aber eher als Lebensmittel denn als klassischen Durstlöscher betrachten.

Sie liefert unter anderem Eiweiß, Milchzucker, Fett – abhängig von der Sorte – und Mineralstoffe und damit natürlich auch Energie.

Ähnliches gilt für viele pflanzliche Drinks. Je nach Produkt unterscheiden sie sich erheblich in Zusammensetzung und Zuckergehalt.

Fruchtsaft – Obst zum Trinken?

Fruchtsaft klingt zunächst sehr gesund.

Schließlich besteht beispielsweise ein hundertprozentiger Apfelsaft tatsächlich aus Äpfeln.

Aber wir haben bei den Kohlenhydraten schon gesehen, warum ein Apfel und ein Glas Apfelsaft ernährungsphysiologisch nicht dasselbe sind.

Für ein Glas Saft werden mehrere Früchte benötigt. Wir können deren Zucker innerhalb weniger Minuten trinken, während ein großer Teil der ursprünglichen Ballaststoffstruktur fehlt.

Deshalb würde ich Saft nicht als alltäglichen Durstlöscher betrachten.

Wer ihn gerne mag, kann beispielsweise eine kleine Menge Saft mit viel Wasser verdünnen.

Dann wird aus einem Glas Saft eine wesentlich größere Menge Getränk – und gleichzeitig gewöhnt sich der Geschmack an weniger Süße.

Und Smoothies?

Smoothies sind noch einmal etwas anderes als klarer Fruchtsaft, weil je nach Zubereitung mehr Bestandteile der ganzen Frucht enthalten bleiben.

Trotzdem können wir auch damit innerhalb kurzer Zeit beträchtliche Mengen Obst und damit Zucker aufnehmen.

Außerdem müssen wir kaum kauen. Deshalb würde ich auch einen Smoothie eher als kleine Mahlzeit beziehungsweise Lebensmittel betrachten und nicht als Getränk gegen Durst.

Besonders bei fertigen Smoothies lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste.

Limonaden und gesüßte Getränke

Cola, Limonade, Eistee, Energydrinks und andere zuckergesüßte Getränke liefern häufig beträchtliche Mengen Zucker.

Das Problem dabei ist nicht nur der Zucker an sich.

Flüssige Kalorien sättigen häufig deutlich schlechter als dieselbe Energiemenge aus festen Lebensmitteln.

Eine Flasche Limonade ist schnell getrunken – und unser Hunger ist dadurch nicht unbedingt verschwunden.

Wer seine Ernährung verbessern möchte, findet deshalb bei gezuckerten Getränken oft einen der einfachsten Ansatzpunkte:

Nicht weniger trinken – sondern anders trinken.

Sind Light- und Zero-Getränke besser?

Wenn wir ausschließlich Zucker und Kalorien betrachten, können zuckerfreie Getränke gegenüber der gezuckerten Variante einen Vorteil haben.

Wer beispielsweise täglich mehrere Gläser normale Limonade trinkt und auf eine zuckerfreie Variante umsteigt, reduziert damit seine Zucker- und Energiezufuhr deutlich.

Trotzdem würde ich daraus nicht machen: Je mehr Zero-Getränke, desto gesünder.

Für mich können sie eine Übergangslösung oder gelegentliche Alternative sein.

Langfristig finde ich es sinnvoller, wenn nicht jedes Getränk intensiv süß schmecken muss. Unsere Geschmacksvorlieben können sich nämlich verändern – und Wasser muss irgendwann gar nicht mehr langweilig schmecken.

Alkohol löscht Durst besonders schlecht

Alkoholische Getränke würde ich nicht zur Flüssigkeitsversorgung rechnen, auch wenn sie natürlich Wasser enthalten.

Alkohol beeinflusst unter anderem die Regulation des Wasserhaushalts und kann die Urinausscheidung erhöhen. Außerdem bringt er weitere gesundheitliche Risiken mit.

Deshalb eignet sich beispielsweise Bier nicht als Getränk, um nach starkem Schwitzen gezielt den Flüssigkeitsbedarf auszugleichen.

💡 Was kommt am häufigsten ins Glas?

Für mich ist das eine einfache Orientierung:

Wasser sollte die Grundlage sein.

Ungesüßter Tee und Kaffee können zur Flüssigkeitszufuhr beitragen. Saft, Smoothies, Milch und ähnliche Getränke würde ich eher als Lebensmittel beziehungsweise Genuss betrachten.

Und gezuckerte Getränke sollten nicht unsere wichtigste Flüssigkeitsquelle sein.

Es geht auch hier nicht darum, dass du nie wieder ein Glas Saft oder eine Limonade trinken darfst.

Entscheidend ist vielmehr:

Was trinke ich jeden Tag – und was gelegentlich?

Leitungswasser, Mineralwasser oder gefiltertes Wasser – was ist besser?

Welches Wasser ist eigentlich am gesündesten?

Leitungswasser? Mineralwasser? Gefiltertes Wasser? Oder möglichst reines Wasser aus einer Umkehrosmoseanlage?

Darüber kann man erstaunlich leidenschaftlich diskutieren. Dabei gibt es auch hier nicht die eine Lösung, die für jeden Haushalt und jede Region die beste sein muss.

Denn Wasser ist nicht überall gleich.

Je nachdem, woher es stammt und durch welche Gesteinsschichten es geflossen ist, enthält es unterschiedliche Mengen gelöster Mineralstoffe. Auch Wasserhärte, Geschmack und weitere Eigenschaften können sich von Region zu Region – manchmal sogar von Ort zu Ort – deutlich unterscheiden.

Deshalb finde ich die Frage sinnvoller:

Welche Qualität hat das Wasser, das bei mir tatsächlich aus der Leitung kommt – und trinke ich es gerne?

Leitungswasser – für viele die einfachste Lösung

In Österreich unterliegt Trinkwasser gesetzlichen Qualitätsanforderungen und wird kontrolliert.

Wenn das Leitungswasser vor Ort einwandfrei ist und gut schmeckt, spricht sehr viel dafür, es einfach zu trinken.

Es ist jederzeit verfügbar, muss nicht nach Hause transportiert werden und verursacht keinen zusätzlichen Verpackungsmüll.

Und gerade Letzteres ist für mich persönlich durchaus ein Argument. Ich trinke normalerweise lieber Leitungswasser als Mineralwasser aus PET-Flaschen.

Aber auch der Geschmack sollte nicht unterschätzt werden.

Wenn dir dein Wasser überhaupt nicht schmeckt und du deshalb automatisch weniger trinkst, bringt es wenig, dich jeden Tag dazu zu zwingen.

Denn ausreichendes Trinken sollte nicht zur täglichen Überwindung werden.

Mineralwasser – nicht automatisch mineralstoffreicher

Der Name lässt leicht vermuten, dass Mineralwasser grundsätzlich besonders viele Mineralstoffe enthält.

Das stimmt so nicht.

Die Mineralstoffgehalte verschiedener Mineralwässer unterscheiden sich teilweise erheblich. Es gibt calcium- oder magnesiumreiche Mineralwässer und andere, die nur relativ geringe Mengen davon enthalten.

Wer wissen möchte, was tatsächlich enthalten ist, sollte deshalb auf die Mineralstoffanalyse auf dem Etikett schauen.

Das Gleiche gilt übrigens für Leitungswasser: Auch dieses enthält je nach Herkunft Calcium, Magnesium und andere gelöste Stoffe.

„Mineralwasser“ bedeutet deshalb nicht automatisch „mehr Mineralstoffe als Leitungswasser“.

Was sagt die Wasserhärte aus?

Hartes Wasser enthält vor allem mehr Calcium- und Magnesiumionen.

Das bemerken wir im Haushalt schnell an Kalkablagerungen im Wasserkocher, an Armaturen oder in anderen Geräten.

Dieser Kalk ist lästig – aber hartes Wasser ist deshalb nicht automatisch gesundheitlich schlechter.

Calcium und Magnesium sind schließlich Mineralstoffe, die unser Körper benötigt.

Wasserhärte ist deshalb zunächst einmal eine Eigenschaft des Wassers und kein Gesundheitsurteil.

Und was sagt die Leitfähigkeit?

Auch die elektrische Leitfähigkeit von Wasser wird manchmal verwendet, um Wasserqualität zu beurteilen.

Ich habe solche Messungen selbst schon durchgeführt – und die Unterschiede können tatsächlich erstaunlich sein.

Aber auch hier müssen wir aufpassen:

Eine hohe Leitfähigkeit bedeutet nicht automatisch schlechte Wasserqualität.

Die Leitfähigkeit steigt, wenn mehr gelöste elektrisch geladene Teilchen – also Ionen – im Wasser vorhanden sind.

Dazu gehören aber beispielsweise auch Calcium, Magnesium, Natrium oder Hydrogencarbonat.

Ein Wasser mit sehr geringer Leitfähigkeit enthält entsprechend weniger gelöste Ionen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass es gesundheitlich besser ist.

Ein Leitfähigkeitsmessgerät kann uns also zeigen, dass sich Wasser in seinem Gehalt an gelösten Ionen unterscheidet. Es kann uns aber nicht sagen, welche Stoffe dafür verantwortlich sind.

Und genau das wäre für eine Beurteilung entscheidend.

Wasserfilter ist nicht gleich Wasserfilter

Der Begriff „gefiltertes Wasser“ ist eigentlich viel zu ungenau.

Denn verschiedene Systeme machen völlig unterschiedliche Dinge.

Ein Aktivkohlefilter funktioniert beispielsweise anders als eine Enthärtungsanlage – und eine Enthärtungsanlage wiederum völlig anders als eine Umkehrosmoseanlage.

Deshalb sollte man vor dem Kauf eines Filters zuerst fragen:

Was möchte ich aus meinem Wasser überhaupt entfernen oder verändern?

Ein Filter ist nicht automatisch sinnvoll, nur weil er Wasser filtert.

Enthärtungsanlagen mit Ionenaustausch

Bei sehr hartem Wasser können Enthärtungsanlagen vor allem für Haushalt und Geräte interessant sein.

Bei einem klassischen Ionenaustauscher werden vereinfacht gesagt Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen ausgetauscht. Dadurch wird das Wasser weicher und es entstehen weniger Kalkablagerungen.

Wie viel zusätzliches Natrium dadurch ins Wasser gelangt, hängt unter anderem davon ab, wie hart das Ausgangswasser ist und wie stark es enthärtet wird. Eine Enthärtungsanlage entfernt also nicht einfach „alles aus dem Wasser“. Sie verändert gezielt seine Ionenzusammensetzung.

Umkehrosmose – eine andere Form der Wasseraufbereitung

Bei der Umkehrosmose funktioniert das völlig anders. Das Wasser wird unter Druck durch eine Membran geleitet, die Wasser passieren lässt, einen großen Teil der gelösten Stoffe jedoch zurückhält.

Dadurch können sehr viele gelöste Stoffe stark reduziert werden.

Das betrifft allerdings nicht nur Stoffe, die wir möglicherweise nicht im Wasser haben möchten.

Auch Calcium und Magnesium werden weitgehend entfernt. Das Ergebnis ist deshalb ein sehr mineralstoffarmes Wasser.

Ist Osmosewasser deshalb besser?

Nicht automatisch. Und das finde ich besonders wichtig.

Die Umkehrosmose kann eine sehr effektive Methode zur Wasseraufbereitung sein. Ob wir sie für unser Trinkwasser überhaupt benötigen, hängt aber von der Qualität und Zusammensetzung des Ausgangswassers ab.

Je weniger Mineralstoffe im Wasser sind, desto gesünder ist es – diese Schlussfolgerung lässt sich daraus nicht ziehen.

Genauso wenig würde ich aber behaupten, Osmosewasser sei grundsätzlich ungeeignet zum Trinken.

Der größte Teil unserer Mineralstoffversorgung sollte ohnehin aus einer abwechslungsreichen Ernährung kommen. Wer dauerhaft überwiegend sehr mineralstoffarmes Wasser trinkt, sollte die Mineralstoffversorgung trotzdem als Teil der gesamten Ernährung mit im Blick behalten.

Umkehrosmose mit Remineralisierung

Mittlerweile gibt es auch Umkehrosmoseanlagen, bei denen das Wasser anschließend wieder remineralisiert wird. Das Prinzip finde ich durchaus interessant:

Zunächst werden durch die Umkehrosmose sehr viele gelöste Stoffe entfernt. Anschließend werden dem Wasser gezielt wieder Mineralstoffe zugesetzt – häufig Calcium und/oder Magnesium.

Allerdings würde ich auch hier nicht allein dem Wort „Remineralisierung“ vertrauen.

Interessanter ist: Welche Mineralstoffe werden zugesetzt? Und in welcher Menge sind sie anschließend tatsächlich im Trinkwasser enthalten?

Denn nur dann lässt sich beurteilen, was die Remineralisierungsstufe tatsächlich bewirkt.

Meine Erfahrung mit Wasseraufbereitung

Mit Wasseraufbereitung beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren. Bereits während meiner Arbeit als Dialyseschwester gehörten Themen wie Osmose, Diffusion, Ionenaustausch und Umkehrosmose für mich zum Alltag. Wasserqualität hat bei der Dialyse eine ganz besondere Bedeutung.

Dabei ist allerdings eine Unterscheidung wichtig:

Die Anforderungen an Wasser für die Dialyse sind nicht mit unseren Anforderungen an normales Trinkwasser vergleichbar.

Bei der Dialyse werden sehr große Mengen speziell aufbereiteten Wassers benötigt und die Anforderungen an dessen Reinheit sind entsprechend hoch. Daraus können wir nicht ableiten, dass möglichst mineralarmes Wasser automatisch auch das beste Trinkwasser für einen gesunden Menschen ist.

Auch zu Hause verwenden wir schon seit vielen Jahren eine Umkehrosmoseanlage. Ich trinke dieses Wasser gerne, aber nicht ausschließlich. Genauso gerne trinke ich Leitungswasser – wenn mir dessen Geschmack zusagt.

Und das Osmosewasser hat bei uns noch einen ganz praktischen Nebeneffekt:

Wo wenig Calcium und Magnesium vorhanden sind, gibt es auch wesentlich weniger Kalkablagerungen.

Für manche Haushaltsgeräte (z.B. für mein Dampfbügeleisen) kann das durchaus praktisch sein.

Wasseraufbereitung braucht Wartung

Einen Punkt würde ich bei allen Filtersystemen niemals vergessen:

Ein Wasserfilter ist nur so gut wie sein Zustand und seine Wartung.

Filterelemente und Membranen müssen entsprechend den Vorgaben gewechselt beziehungsweise gewartet werden. Stehendes Wasser und schlecht gepflegte Systeme können hygienisch problematisch werden.

Wer sich eine Wasseraufbereitung anschafft, sollte deshalb nicht nur fragen:

„Was entfernt diese Anlage?“

sondern auch:

„Wie muss ich sie warten?“

Und was ist mit eigenem Brunnenwasser?

Wer einen eigenen Brunnen besitzt, sollte sich ebenfalls nicht allein auf Geschmack, Klarheit oder einen Leitfähigkeitswert verlassen.

Wasser kann völlig klar aussehen und angenehm schmecken und trotzdem mikrobiologisch oder chemisch belastet sein.

Wenn Brunnenwasser als Trinkwasser verwendet werden darf beziehungsweise soll, ist deshalb eine fachgerechte regelmäßige Untersuchung wesentlich aussagekräftiger als ein einfacher Test zu Hause.

Und natürlich müssen die jeweiligen örtlichen Vorschriften zur Trinkwasserversorgung beachtet werden.

💡 Welches Wasser ist nun das beste?

Für die meisten Menschen gibt es darauf keine spektakuläre Antwort.

Einwandfreies Wasser, das du gerne trinkst und das zu deiner persönlichen Situation passt.

Wenn dein Leitungswasser qualitativ gut ist und dir schmeckt, brauchst du nicht automatisch eine aufwendige Filteranlage.

Wenn eine Wasseraufbereitung sinnvoll oder gewünscht ist, sollte sie dagegen zum tatsächlichen Problem des Ausgangswassers passen.

Und wenn du Mineralwasser bevorzugst, spricht ebenfalls nichts dagegen – ein Blick auf die Mineralstoffzusammensetzung kann durchaus interessant sein.

Ich würde Wasser deshalb weder nach seinem Preis noch nach möglichst niedriger Leitfähigkeit noch nach dem aufwendigsten Filtersystem beurteilen.

Entscheidend ist, was tatsächlich im Wasser enthalten ist – und nicht, welche Geschichte rundherum erzählt wird.

Basisches Wasser – gesünder oder nur ein gutes Versprechen?

Basisches oder alkalisches Wasser hat einen höheren pH-Wert als neutrales Wasser. Je nach Anbieter wird damit geworben, dass es den Körper „entsäuern“, den Säure-Basen-Haushalt verbessern oder sogar verschiedene gesundheitliche Beschwerden positiv beeinflussen könne.

Das klingt zunächst einleuchtend:

Wenn der Körper angeblich zu sauer ist, trinken wir etwas Basisches und gleichen das wieder aus.

Ganz so funktioniert unser Körper allerdings nicht.

Unser Blut darf nicht einfach „sauer“ oder „basisch“ werden

Der pH-Wert unseres Blutes wird innerhalb eines sehr engen Bereichs reguliert. Schon größere Abweichungen davon wären medizinisch problematisch. Dafür besitzt unser Körper mehrere Regulationssysteme. Besonders wichtig sind Lunge und Nieren.

Über die Atmung können wir Kohlendioxid abgeben, während die Nieren unter anderem Säuren ausscheiden und Bicarbonat zurückhalten beziehungsweise regulieren können.

Auch verschiedene Puffersysteme im Blut helfen dabei, den pH-Wert stabil zu halten. Wir müssen diesen Vorgang also nicht dadurch steuern, dass wir möglichst basisches Wasser trinken.

Was passiert mit basischem Wasser im Magen?

Auch dieser Punkt wird bei der Werbung gerne vergessen.

Unser Magen enthält Magensäure und besitzt absichtlich ein stark saures Milieu. Das benötigen wir unter anderem für die Verdauung und als Teil unserer natürlichen Schutzmechanismen.

Wenn wir basisches Wasser trinken, trifft es zunächst auf dieses saure Milieu.

Unser Verdauungssystem und unsere körpereigenen Regulationsmechanismen sorgen anschließend dafür, dass daraus nicht einfach eine dauerhafte „Alkalisierung“ unseres gesamten Körpers entsteht.

Der pH-Wert eines Getränks lässt sich deshalb nicht einfach auf den pH-Wert unseres Blutes übertragen.

Aber Ernährung kann doch den Urin-pH verändern?

Ja – und genau daraus entstehen manchmal Missverständnisse.

Unsere Ernährung kann durchaus beeinflussen, welche Stoffwechselprodukte die Nieren ausscheiden. Dadurch kann sich auch der pH-Wert des Urins verändern.

Das zeigt aber gerade, dass die Nieren ihre Regulationsarbeit erledigen.

Ein basischerer Urin bedeutet nicht automatisch: „Jetzt ist mein ganzer Körper basischer.“ Blut und Urin sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Ist basisches Wasser deshalb schädlich?

Auch das würde ich nicht behaupten. Wenn jemand basisches Wasser gerne trinkt und das Wasser hygienisch einwandfrei ist, muss daraus nicht automatisch ein Problem entstehen.

Ich würde nur keine besonderen gesundheitlichen Wirkungen erwarten, allein weil das Wasser einen höheren pH-Wert besitzt. Und sehr hohe pH-Werte sind auch hier nicht nach dem Motto „je basischer, desto besser“ anzustreben.

Meine persönliche Erfahrung

Ich hatte selbst einige Zeit eine Anlage für basisches Wasser.

Mich hat sie weder geschmacklich noch vom Konzept her überzeugt. Das ist natürlich meine persönliche Erfahrung und kein wissenschaftliches Argument gegen basisches Wasser.

Für mich war es letztlich wieder ein gutes Beispiel dafür, dass wir aus Wasser keine Wissenschaft machen müssen:

Ich möchte Wasser trinken, das mir schmeckt und qualitativ einwandfrei ist. Einen besonderen gesundheitlichen Zusatznutzen brauche ich nicht auf dem Etikett.

💡 Der pH-Wert des Wassers bestimmt nicht den pH-Wert unseres Körpers

Unser Säure-Basen-Haushalt wird durch ausgeklügelte körpereigene Mechanismen reguliert.

Deshalb würde ich basisches Wasser weder verteufeln noch als besonders gesund darstellen.

Wer es gerne trinkt, darf es trinken. Wer normales Leitungs- oder Mineralwasser bevorzugt, muss keine Angst haben, dadurch seinen Körper zu „übersäuern“.

Trinken zu den Mahlzeiten – verdünnt Wasser die Magensäure?

„Beim Essen darf man nicht trinken, sonst verdünnt man die Magensäure.“ Diese Aussage hört man immer wieder. Manchmal wird sogar empfohlen, eine bestimmte Zeit vor, während und nach einer Mahlzeit überhaupt nichts zu trinken.

Aber stimmt das wirklich? So pauschal lässt sich das nicht sagen.

Unser Magen ist kein Gefäß mit einer festgelegten Menge Säure

Die Vorstellung klingt zunächst logisch: Wir haben Magensäure im Magen, gießen Wasser dazu – also wird die Säure verdünnt und kann nicht mehr richtig arbeiten. Unser Verdauungssystem funktioniert aber wesentlich komplexer.

Der Magen produziert seine Verdauungssäfte bedarfsgerecht und reguliert sein Milieu laufend. Außerdem gelangt bei einer Mahlzeit ohnehin nicht nur feste Nahrung in den Magen. Viele Lebensmittel enthalten selbst beträchtliche Mengen Wasser.

Ein Glas Wasser zu einer Mahlzeit legt deshalb unsere Verdauung nicht lahm.

Wer gerne zum Essen trinkt und sich damit wohlfühlt, muss sich das nicht abgewöhnen, weil angeblich die Magensäure zu stark verdünnt wird.

Trotzdem kann die Trinkmenge beim Essen einen Unterschied machen

Damit ist die Sache für mich aber noch nicht erledigt.

Denn zwischen „Trinken zum Essen schadet grundsätzlich der Verdauung“ und „Es spielt für jeden Menschen überhaupt keine Rolle“ liegt ziemlich viel Raum.

Wer zu einer großen Mahlzeit zusätzlich sehr große Getränkemengen auf einmal trinkt, füllt damit natürlich auch den Magen. Gerade Menschen, die zu Völlegefühl, Aufstoßen oder Blähungen neigen, können das als unangenehm empfinden.

Kohlensäurehaltige Getränke können dieses Gefühl zusätzlich verstärken.

Und hier finde ich persönliche Beobachtung wieder wesentlich hilfreicher als eine starre Regel.

Mein Tipp: Probier es einfach einmal aus

Aus meiner Erfahrung mit cellRESET kenne ich die Empfehlung, während einer Mahlzeit sowie ungefähr 15 Minuten davor und danach nichts beziehungsweise möglichst wenig zu trinken.

Ich würde daraus keine allgemeingültige medizinische Regel machen.

Aber ich habe im Laufe der Jahre immer wieder erlebt, dass Menschen mit Verdauungsbeschwerden damit gute Erfahrungen gemacht haben. Außerdem erlebte ich es auch in meiner Kindheit so, dass es bei uns zu Hause (Mama und Oma) geheißen hat, während dem Essen trinkt man nicht. Es sind bei uns zu Hause nie Gläser während den Mahlzeiten auf dem Tisch gestanden.

Deshalb finde ich den Tipp nach wie vor interessant:

Wenn du nach dem Essen häufig Blähungen, Aufstoßen oder unangenehmes Völlegefühl hast, probiere einige Tage aus, während der Mahlzeit weniger zu trinken und deine Getränke etwas zeitversetzt zu trinken.

Beobachte anschließend, ob du einen Unterschied bemerkst. Wenn nicht, gibt es keinen Grund, daraus eine dauerhafte Regel zu machen.

Manchmal sind solche kleinen Beobachtungen erstaunlich

Ich habe das auch in meiner eigenen Familie erlebt. Einer meiner Brüder bekam nach Eiern regelmäßig starke Blähungen. Als er versuchsweise darauf achtete, rund um die Mahlzeit nicht zu trinken, wurden seine Beschwerden deutlich geringer.

Das beweist natürlich nicht, dass diese Methode bei jedem Menschen funktioniert oder dass das Trinken die Ursache seiner Beschwerden war.

Aber genau solche Erfahrungen zeigen, warum ich bei Ernährung nicht nur frage:

„Was gilt allgemein?“ sondern manchmal auch:

„Was passiert, wenn ich eine Kleinigkeit verändere und meinen Körper beobachte?“

Und wenn ich beim Essen Durst habe?

Dann würde ich selbstverständlich trinken.

Niemand sollte durstig am Tisch sitzen und auf die Uhr schauen, weil die 15 Minuten noch nicht vorbei sind.

Auch trockene Speisen können mit etwas Flüssigkeit angenehmer zu essen sein. Für manche Menschen kann Trinken beim Essen sogar hilfreich sein, beispielsweise wenn das Schlucken trockener Nahrung schwerfällt.

Die Empfehlung ist deshalb kein Trinkverbot, sondern höchstens ein persönlicher Versuch bei entsprechenden Beschwerden.

💡 Keine Regel für alle – aber einen Versuch wert

Du musst Getränke zu den Mahlzeiten nicht vermeiden, um deine Magensäure zu „retten“.

Wenn du aber nach dem Essen regelmäßig mit Völlegefühl, Aufstoßen oder Blähungen zu tun hast, kannst du ausprobieren, ob es dir besser bekommt, den größeren Teil deiner Flüssigkeit zwischen den Mahlzeiten zu trinken.

Nicht weil jeder Mensch das tun muss – sondern weil dein eigener Körper dir zeigen kann, ob es für dich einen Unterschied macht.

Trinken bei Hitze, Sport und Krankheit – wann brauchen wir mehr?

Unser Flüssigkeitsbedarf ist keine feste Größe. An einem kühlen Tag, an dem wir uns wenig bewegen, verlieren wir wesentlich weniger Wasser als bei Gartenarbeit in der Sommerhitze, einer langen Wanderung oder intensivem Sport.

Auch Fieber, Durchfall und Erbrechen können die Flüssigkeitsbilanz innerhalb relativ kurzer Zeit verändern.

In solchen Situationen gilt deshalb: Nicht an einer festen Trinkmenge festhalten, sondern die erhöhten Verluste berücksichtigen.

Bei Hitze versucht unser Körper sich zu kühlen

Steigt unsere Körpertemperatur, produzieren unsere Schweißdrüsen Schweiß. Verdunstet dieser auf der Haut, wird Wärme abgegeben – ein ausgesprochen effektives Kühlsystem.

Allerdings kostet uns diese Kühlung Wasser.

Wie viel wir schwitzen, ist individuell sehr unterschiedlich. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Kleidung, körperliche Aktivität und auch die persönliche Schweißrate spielen eine Rolle.

Deshalb kann die benötigte Trinkmenge an einem heißen Sommertag deutlich höher sein als an einem normalen Tag.

Und wer draußen arbeitet oder Sport treibt, braucht möglicherweise noch einmal mehr.

Mit dem Schweiß verlieren wir nicht nur Wasser

Schweiß besteht nicht ausschließlich aus Wasser. Wir verlieren damit auch Elektrolyte, insbesondere Natrium, aber unter anderem auch Chlorid und kleinere Mengen anderer Mineralstoffe.

Bei normaler Alltagsbewegung und einer ausgewogenen Ernährung müssen wir deshalb nicht jedes Glas Wasser mit Elektrolytpulver anreichern.

Anders kann es aussehen, wenn wir über längere Zeit sehr stark schwitzen.

Dann nur große Mengen reines Wasser nachzufüllen, während gleichzeitig beträchtliche Mengen Natrium verloren gehen, kann ungünstig sein. Das ist auch einer der Gründe, warum wir beim Thema „zu viel trinken“ bereits über eine Hyponatriämie gesprochen haben.

Brauche ich beim Sport ein Sportgetränk?

Nach einer normalen Trainingseinheit braucht ein gesunder Mensch nicht automatisch ein spezielles Sportgetränk.

Wer eine Stunde gemütlich spazieren geht oder eine kurze Trainingseinheit absolviert, kann seine Flüssigkeitsverluste normalerweise problemlos mit Wasser und den Elektrolyten aus seinen Mahlzeiten ausgleichen.

Anders kann es bei langen oder sehr intensiven Belastungen, großer Hitze und starkem Schwitzen aussehen.

Dann können Getränke beziehungsweise Lösungen mit Elektrolyten sinnvoll werden. Und auch hier gibt es keine perfekte Menge für alle.

Manche Menschen schwitzen schon bei moderater Bewegung ausgesprochen stark, andere wesentlich weniger.

Muss ein Elektrolytgetränk Zucker enthalten?

Nicht zwangsläufig. Aber Kohlenhydrate in klassischen Sportgetränken haben durchaus einen Zweck.

Bei langen intensiven Belastungen liefern sie zusätzliche Energie. Außerdem können Glukose und Natrium im Darm gemeinsam aufgenommen werden, wodurch auch die Wasseraufnahme unterstützt wird. Das Prinzip wird beispielsweise auch bei oralen Rehydratationslösungen genutzt.

Das bedeutet aber nicht, dass wir für unseren normalen Alltag ständig gezuckerte Sportgetränke brauchen. Für jemanden, der eine halbe Stunde spazieren geht, ist ein zuckerreiches Sportgetränk meistens eher zusätzliche Energie als notwendige Flüssigkeitsversorgung.

Bei Durchfall und Erbrechen geht es ebenfalls um mehr als Wasser

Besonders deutlich wird die Bedeutung der Elektrolyte bei starkem Durchfall oder wiederholtem Erbrechen. Dabei können innerhalb kurzer Zeit erhebliche Mengen Wasser und Salze verloren gehen.

Einfach nur sehr viel reines Wasser zu trinken, gleicht diese Verluste nicht immer ausreichend aus. In solchen Situationen können speziell zusammengesetzte Elektrolyt- beziehungsweise Rehydratationslösungen sinnvoll sein.

Das ist etwas anderes als irgendein Lifestyle-Elektrolytgetränk aus dem Supermarkt.

Bei starkem oder länger anhaltendem Durchfall beziehungsweise Erbrechen – besonders bei Kindern, älteren Menschen oder wenn Flüssigkeit nicht behalten werden kann – sollte man nicht lange selbst experimentieren, sondern medizinischen Rat einholen.

Auch Fieber erhöht unseren Flüssigkeitsbedarf

Bei Fieber kann der Körper mehr Wasser verlieren, unter anderem über Haut und Atmung. Gleichzeitig haben kranke Menschen manchmal wenig Appetit und Durst und nehmen dadurch weniger Flüssigkeit auf.

Deshalb ist es sinnvoll, während einer fieberhaften Erkrankung bewusst auf ausreichendes Trinken zu achten. Auch Brühe, Tee oder andere gut verträgliche Flüssigkeiten können dabei hilfreich sein.

Und was ist mit Salz?

Salz wird häufig ausschließlich als etwas dargestellt, von dem wir möglichst wenig essen sollten.

Natrium ist aber ein lebensnotwendiger Elektrolyt. Die entscheidende Frage lautet wieder:

Wie sieht die Situation aus?

Wer sich kaum bewegt, wenig schwitzt und sehr viele stark verarbeitete Lebensmittel isst, hat eine völlig andere Ausgangslage als jemand, der bei 30 Grad mehrere Stunden körperlich arbeitet und stark schwitzt.

Genau deshalb gefallen mir pauschale Aussagen wie „Salz ist schlecht“ genauso wenig wie „Du brauchst unbedingt mehr Salz“. Der Kontext entscheidet.

💡 Wasser reicht meistens – aber nicht immer

Für unseren normalen Alltag ist Wasser der beste und einfachste Durstlöscher.

Bei starkem und länger anhaltendem Schwitzen, großen Flüssigkeitsverlusten durch Krankheit oder langen intensiven sportlichen Belastungen sollten wir aber daran denken, dass unser Körper nicht nur Wasser verliert.

Dann kann neben der Flüssigkeit auch der Ersatz von Elektrolyten wichtig werden.

Je größer die Verluste, desto wichtiger wird die Frage, was wir ersetzen müssen – nicht nur, wie viele Liter wir trinken.

Trinken im Alter – warum es besondere Aufmerksamkeit verdient

Mit zunehmendem Alter verändert sich unser Körper in vielerlei Hinsicht – und dazu gehört auch die Regulation unseres Wasserhaushalts.

Das bedeutet nicht, dass wir ab einem bestimmten Geburtstag plötzlich anfangen müssen, literweise Wasser zu trinken.

Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Unser Durstgefühl kann mit zunehmendem Alter schwächer werden. Und damit wird ausgerechnet das Signal weniger zuverlässig, das uns normalerweise daran erinnert, etwas zu trinken.

Wenn der Durst nicht mehr so deutlich kommt

Jüngere Menschen bekommen normalerweise Durst und greifen irgendwann automatisch zum Glas.Im höheren Alter kann dieses Signal später oder weniger deutlich wahrgenommen werden.

Dann passiert schnell Folgendes: Am Morgen eine Tasse Kaffee, mittags vielleicht ein kleines Glas Wasser – und irgendwann am Nachmittag stellt man fest:

Eigentlich habe ich heute fast nichts getrunken. Nicht weil bewusst auf Getränke verzichtet wurde, sondern weil einfach kein ausgeprägtes Durstgefühl da war.

Genau deshalb kann es mit zunehmendem Alter sinnvoll sein, sich das Trinken etwas bewusster zur Gewohnheit zu machen.

„Wenn ich mehr trinke, muss ich dauernd aufs Klo“

Das ist allerdings die andere Seite. Viele ältere Menschen trinken absichtlich weniger, weil sie häufiger zur Toilette müssen.

Besonders am Abend kann das verständlich sein. Wer nachts ohnehin mehrfach aufstehen muss, möchte das Problem nicht noch durch große Getränkemengen kurz vor dem Schlafengehen verstärken.

Auch eine schwächere Blase, Inkontinenz oder eingeschränkte Beweglichkeit können dazu führen, dass jemand bewusst weniger trinkt.

Die Lösung kann aber nicht sein, den ganzen Tag möglichst wenig zu trinken. Viel sinnvoller ist es, die Flüssigkeitszufuhr über den Tag zu verteilen und nicht erst am Abend festzustellen, dass noch mehrere Gläser fehlen.

Lieber regelmäßig als abends nachholen

Wer tagsüber zum Trinken neigt, es aber schlicht vergisst, kann sich kleine Routinen schaffen.

Zum Beispiel:

  • ein Glas Wasser nach dem Aufstehen
  • ein Getränk zu oder zwischen den Mahlzeiten
  • ein Glas sichtbar am Arbeitsplatz oder Lieblingsplatz stehen lassen
  • nach jedem Toilettengang wieder etwas trinken
  • beim Nachmittagskaffee zusätzlich ein Glas Wasser
  • unterwegs eine kleine Flasche mitnehmen

Dabei muss niemand ständig auf die Uhr schauen. Es geht darum, Trinken mit ohnehin vorhandenen Gewohnheiten zu verbinden.

Medikamente können ebenfalls eine Rolle spielen

Gerade mit zunehmendem Alter nehmen viele Menschen regelmäßig Medikamente ein.

Einige davon können den Wasser- oder Elektrolythaushalt beeinflussen. Ein bekanntes Beispiel sind harntreibende Medikamente, die unter anderem bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden. Hier wäre die Aufforderung „Dann musst du eben besonders viel trinken“ möglicherweise sogar falsch.

Wenn Erkrankungen oder Medikamente den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen, sollte die geeignete Trinkmenge deshalb individuell mit Arzt oder medizinischem Fachpersonal abgestimmt werden.

Auch Essen liefert Flüssigkeit

Das finde ich gerade für ältere Menschen praktisch. Nicht jede Flüssigkeit muss aus einem Glas Wasser kommen.

Gemüse, Obst, Joghurt, Suppen und andere wasserreiche Lebensmittel tragen ebenfalls zur Flüssigkeitsversorgung bei. Wenn jemand wenig Durst hat und große Wassermengen unangenehm findet, kann eine wasserreiche Ernährung deshalb einen Teil zur gesamten Flüssigkeitszufuhr beitragen.

Natürlich ersetzt das Trinken nicht vollständig – aber es gehört zur Flüssigkeitsbilanz dazu.

Und wieder: der Blick ins Klo

Gerade wenn das Durstgefühl nicht mehr so zuverlässig ist, bekommt unser einfacher Alltagstipp noch einmal mehr Bedeutung.

Schau auf deinen Urin.

Wenn er über den Tag immer wieder deutlich dunkel und konzentriert ist und gleichzeitig nur sehr wenig getrunken wurde, kann das ein Hinweis sein, die Flüssigkeitszufuhr stärker im Auge zu behalten.

Wie immer gilt: Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Erkrankungen können Farbe und Ausscheidung beeinflussen. Die Urinfarbe ist deshalb eine Orientierung, kein medizinischer Test.

Nicht erst warten, bis etwas passiert

Ein stärkerer Flüssigkeitsmangel kann gerade bei älteren Menschen schneller Folgen haben. Schwäche, Kreislaufprobleme oder Verwirrtheit können beispielsweise auftreten – wobei solche Beschwerden natürlich auch zahlreiche andere Ursachen haben können.

Deshalb finde ich es sinnvoller, regelmäßiges Trinken zur normalen Alltagsroutine zu machen, als erst zu reagieren, wenn Beschwerden auftreten.

💡 Mein Tipp: Trinken darf zur Gewohnheit werden

Wenn dein Durstgefühl zuverlässig funktioniert, musst du nicht ständig deine Wassermenge kontrollieren.

Merkst du aber, dass du regelmäßig das Trinken vergisst, mach es dir möglichst einfach:

Stell das Wasser dorthin, wo du es siehst, und verbinde das Trinken mit Dingen, die du ohnehin jeden Tag machst.

Und vor allem: Du musst nicht am Abend hektisch nachholen, was du tagsüber versäumt hast.

Regelmäßig über den Tag verteilt ist meist wesentlich angenehmer.

Hilft mehr Trinken beim Abnehmen?

„Trink mehr Wasser, dann nimmst du ab.“ So einfach wäre es natürlich schön. 😉

Wasser besitzt keine magische fettverbrennende Wirkung. Wir können Körperfett auch nicht einfach „ausschwemmen“, indem wir besonders viel trinken. Trotzdem kann ausreichendes Trinken beim Abnehmen durchaus hilfreich sein.

Entscheidend ist wieder einmal die Frage: Was verändert sich dadurch in meinem Alltag?

Wasser statt Kalorien trinken

Der wahrscheinlich größte Vorteil ist ganz einfach.

Wer regelmäßig Limonade, gesüßten Eistee, Saft, Energydrinks oder andere kalorienhaltige Getränke trinkt und einen Teil davon durch Wasser ersetzt, kann seine tägliche Energiezufuhr deutlich reduzieren. Und das oft, ohne beim Essen überhaupt weniger essen zu müssen.

Flüssige Kalorien werden häufig weniger sättigend wahrgenommen als Energie aus festen Lebensmitteln. Ein großes Glas Limonade ist schnell getrunken – trotzdem essen wir anschließend möglicherweise dieselbe Mahlzeit wie sonst. Deshalb sind Getränke für mich einer der ersten Punkte, die man sich anschauen kann, wenn jemand seine Ernährung verändern möchte.

Nicht unbedingt: „Wie kann ich weniger essen?“ sondern zunächst einmal: „Was trinke ich eigentlich den ganzen Tag?“

Ich selbst trinke beim Abnehmen gerne einen ungesüßten Kräutertee. Meine Kräutermischung enthält unter anderem einen kleinen Anteil Süßholzwurzel und schmeckt dadurch von Natur aus angenehm süßlich. Ich bereite mir eine Kanne eher mild zu und trinke sie über den Tag verteilt – zuerst warm, später lauwarm oder kalt. Für mich ist das eine angenehme Gewohnheit, und ich habe dabei die Erfahrung gemacht, dass ich nicht so schnell wieder ans Essen denke.

Macht ein Glas Wasser vor dem Essen satt?

Vielleicht kennst du den Tipp: „Trink vor jeder Mahlzeit ein großes Glas Wasser, dann isst du weniger.“

Ganz aus der Luft gegriffen ist die Idee nicht. Wasser füllt zunächst den Magen und kann dadurch kurzfristig das Gefühl von Fülle beeinflussen. Untersuchungen zeigen auch Hinweise darauf, dass Wasser vor einer Mahlzeit bei manchen Menschen die anschließende Energieaufnahme reduzieren kann – besonders bei älteren Erwachsenen wurden solche Effekte beobachtet.

Aber auch daraus würde ich keine Pflicht machen. Wer vor dem Essen Durst hat, darf natürlich trinken. Und wer feststellt, dass ihm ein Glas Wasser vor der Mahlzeit dabei hilft, bewusster zu essen, kann diesen einfachen Trick nutzen.

Man muss aber nicht den Magen mit Wasser füllen, um weniger essen zu dürfen.

Manchmal verwechseln wir Durst und Hunger – oder doch nicht?

Auch diesen Satz hört man häufig: „Wenn du Hunger hast, trink erst einmal ein Glas Wasser. Oft hast du eigentlich nur Durst.“

Ich wäre damit etwas vorsichtig. Hunger und Durst sind unterschiedliche Regulationssysteme unseres Körpers. Es gibt keinen guten Grund, echten Hunger grundsätzlich als falsch verstandenen Durst abzutun. Natürlich können wir Körperempfindungen manchmal schwer einordnen – gerade wenn wir wenig auf Hunger und Sättigung achten.

Wenn du unsicher bist und ohnehin schon länger nichts getrunken hast, spricht nichts dagegen, zunächst ein Glas Wasser zu trinken und anschließend zu schauen, ob du weiterhin Hunger hast.

Aber: Wenn du Hunger hast, darfst du auch essen. Wasser sollte kein Mittel sein, um Hunger ständig zu unterdrücken.

Kurbelt kaltes Wasser den Stoffwechsel an?

Hier wird es interessant. Unser Körper muss sehr kaltes Wasser tatsächlich auf Körpertemperatur bringen. Dafür benötigt er etwas Energie.

Daraus entstand die Vorstellung, man könne durch viel kaltes Wasser den Stoffwechsel ordentlich ankurbeln und dadurch zusätzliche Kalorien verbrennen.

In der Praxis ist dieser Effekt allerdings viel zu klein, um daraus eine sinnvolle Abnehmstrategie zu machen. Du musst also kein eiskaltes Wasser trinken, wenn du lieber zimmerwarmes Wasser magst. Und umgekehrt macht warmes Wasser nicht dick. 😉

Wasser schwemmt Fett nicht aus – trotzdem ist ausreichendes Trinken wichtig

Manchmal hört man, man müsse beim Abnehmen besonders viel trinken, damit das Fett aus dem Körper „ausgeschwemmt“ werden könne. Aber wir können den Fettabbau nicht beschleunigen, indem wir einfach immer mehr Wasser nachgießen. Fett wird nicht aus den Fettzellen gespült. So funktioniert Fettabbau nicht.

Wenn unser Körper gespeichertes Fett mobilisiert, werden die darin enthaltenen Triglyceride zunächst in Fettsäuren und Glycerin zerlegt und anschließend über verschiedene Stoffwechselwege weiterverarbeitet. Ein großer Teil des Kohlenstoffs aus dem abgebauten Fett verlässt unseren Körper letztlich als Kohlendioxid über die Atemluft. Ein weiterer Teil wird zu Wasser.

Trotzdem wäre daraus die Schlussfolgerung „Beim Abnehmen spielt Trinken keine besondere Rolle“ ebenfalls falsch.

Unser Körper benötigt Wasser für zahlreiche Stoffwechselvorgänge, für den Transport von Stoffen im Körper und für die Ausscheidung wasserlöslicher Stoffwechselprodukte über die Nieren. Gerade während einer Gewichtsabnahme ist es deshalb sinnvoll, auf eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung zu achten.

Das bedeutet aber nicht, dass besonders große Wassermengen den Fettabbau beschleunigen.

Ausreichend trinken unterstützt die normalen Stoffwechsel- und Ausscheidungsprozesse – mehr als der Körper benötigt, lässt Körperfett jedoch nicht schneller verschwinden.

Beim Fettabbau wird nicht nur gespeicherte Energie mobilisiert

Unser Fettgewebe ist nicht einfach ein passiver Energiespeicher. Bestimmte fettlösliche Substanzen aus unserer Umwelt können sich ebenfalls im Fettgewebe anreichern.

Wird bei einer Gewichtsabnahme Fettgewebe abgebaut, können auch solche gespeicherten Stoffe mobilisiert werden und vorübergehend stärker im Blut zirkulieren. Unser Körper muss sie anschließend entsprechend ihrer chemischen Eigenschaften verarbeiten beziehungsweise ausscheiden.

Das ist ein weiterer Grund, während einer Gewichtsabnahme auf eine normale, ausreichende Flüssigkeitsversorgung zu achten – allerdings kein Grund, möglichst große Mengen Wasser zu trinken. Viel Wasser beschleunigt die Ausscheidung solcher Substanzen nicht automatisch.

Ausreichend trinken kann trotzdem indirekt helfen

Wer zu wenig trinkt und dadurch müde, unkonzentriert oder weniger leistungsfähig ist, bewegt sich möglicherweise auch weniger oder fühlt sich insgesamt schlechter. Ausreichende Flüssigkeitsversorgung unterstützt unsere normale körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Das ist für einen gesunden Lebensstil wichtig – aber etwas völlig anderes als die Behauptung: „Drei Liter Wasser am Tag verbrennen Fett.“

Auch beim Abnehmen gilt: Nicht übertreiben

Manchmal entsteht aus einem sinnvollen Tipp eine neue Pflicht: „Ich will abnehmen, also muss ich jetzt mindestens drei Liter Wasser trinken.“ Das ist nicht notwendig.

Auch während einer Gewichtsabnahme gilt dieselbe Regel wie sonst: So viel trinken, dass der Flüssigkeitsbedarf gedeckt ist – nicht möglichst viel.

Schwangerschaft und Stillzeit sind keine geeigneten Lebensphasen für radikale Abnehmprogramme, Fastenkuren oder eine gezielt sehr schnelle Gewichtsabnahme. Eine normale, allmähliche Gewichtsveränderung – besonders nach der Geburt – ist davon klar zu unterscheiden.

💡 Der Unterschied ist wichtig

Nicht: „Ich muss viel trinken, damit das Fett ausgeschwemmt wird.“

Sondern: „Wenn mein Körper Fett abbaut und viele Stoffwechselprozesse ablaufen, möchte ich ihn ausreichend mit Flüssigkeit versorgen, damit auch Transport und Ausscheidung normal funktionieren können.“

5 Irrtümer übers Trinken

Beim Trinken scheint eigentlich alles ganz einfach zu sein: Wenn wir Durst haben, trinken wir.

Trotzdem gibt es kaum ein Gesundheitsthema, bei dem so viele feste Regeln kursieren: mindestens zwei oder drei Liter am Tag, Kaffee zählt nicht, Durst kommt viel zu spät und je mehr Wasser wir trinken, desto besser können wir unseren Körper „entgiften“.

Schauen wir uns einige dieser Aussagen genauer an.

Irrtum 1: „Jeder muss mindestens zwei bis drei Liter Wasser am Tag trinken“

Eine feste Trinkmenge für jeden Menschen gibt es nicht.

Wie viel Flüssigkeit wir benötigen, hängt unter anderem von Körpergröße, Ernährung, Bewegung, Umgebungstemperatur, Schweißverlusten, Alter und gesundheitlicher Situation ab.

Außerdem nehmen wir Wasser nicht ausschließlich über Getränke auf. Gemüse, Obst und andere wasserreiche Lebensmittel tragen ebenfalls zur Flüssigkeitsversorgung bei.

Für viele gesunde Erwachsene sind ungefähr 1,5 Liter Getränke täglich unter normalen Bedingungen eine brauchbare Orientierung – aber keine Zahl, die unabhängig von der Situation unbedingt erreicht werden muss. An einem heißen Sommertag, bei körperlicher Arbeit oder starkem Schwitzen kann wesentlich mehr notwendig sein.

Merksatz: Nicht eine bestimmte Literzahl ist das Ziel, sondern eine Flüssigkeitszufuhr, die zu deinen tatsächlichen Verlusten passt.

Irrtum 2: „Kaffee entzieht dem Körper Wasser“

Dieser Mythos hält sich hartnäckig.

Koffein kann kurzfristig die Harnausscheidung erhöhen. Besonders bei Menschen, die selten Kaffee trinken, kann dieser Effekt stärker auffallen. Das bedeutet aber nicht, dass die gesamte Flüssigkeit aus der Tasse anschließend wieder verloren geht.

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, entwickelt außerdem eine gewisse Gewöhnung an die Wirkung des Koffeins.

Kaffee darf deshalb zur täglichen Flüssigkeitszufuhr mitgerechnet werden. Das Glas Wasser zum Kaffee darf natürlich trotzdem bleiben – besonders bei uns in Österreich gehört es schließlich fast dazu. 😉

Merksatz: Kaffee ist kein Ersatz für Wasser als hauptsächlichen Durstlöscher – aber er trocknet einen gewohnten Kaffeetrinker nicht einfach aus.

Irrtum 3: „Wenn du Durst hast, bist du bereits dehydriert“

Auch das klingt dramatischer, als es normalerweise ist. Durst ist Teil unseres ausgeklügelten Regulationssystems. Unser Körper nutzt dieses Signal, um uns zur Flüssigkeitsaufnahme zu bewegen.

Ein erstes Durstgefühl bedeutet bei einem gesunden Menschen deshalb nicht automatisch, dass bereits ein gefährlicher Flüssigkeitsmangel besteht. Trotzdem sollten wir Durst natürlich nicht stundenlang ignorieren.

Und es gibt Situationen, in denen das Durstgefühl weniger zuverlässig sein kann – insbesondere mit zunehmendem Alter. Auch bei großer Hitze und längerer sportlicher Belastung kann es sinnvoll sein, regelmäßiger zu trinken und nicht erst starken Durst abzuwarten.

Merksatz: Durst ist kein Zeichen dafür, dass es bereits „zu spät“ ist – sondern ein wichtiges Signal unseres Körpers.

Irrtum 4: „Je mehr Wasser ich trinke, desto besser entgiftet mein Körper“

Unsere Nieren benötigen Wasser, um ihre normalen Aufgaben zu erfüllen und wasserlösliche Stoffwechselprodukte über den Urin auszuscheiden.

Daraus entstand vermutlich die Vorstellung:

Mehr Wasser = mehr Entgiftung.

Aber so funktioniert unser Körper nicht. Leber, Nieren, Lunge, Darm und weitere Systeme sind ständig daran beteiligt, Stoffe umzuwandeln beziehungsweise auszuscheiden. Ausreichend Flüssigkeit ist dafür wichtig.

Wer allerdings bereits ausreichend versorgt ist, verbessert diese Prozesse nicht automatisch dadurch, dass er noch mehrere zusätzliche Liter Wasser trinkt. Sehr große Wassermengen innerhalb kurzer Zeit können im Extremfall sogar gefährlich werden, weil sie den Elektrolythaushalt stören können.

Merksatz: Ausreichend trinken unterstützt die normalen Ausscheidungsprozesse – möglichst viel trinken ist keine Detox-Methode.

Irrtum 5: „Basisches Wasser schützt vor Übersäuerung“

Basisches Wasser besitzt einen höheren pH-Wert als neutrales Wasser. Daraus wird manchmal geschlossen, dass es unseren Körper „entsäuern“ könne.

Unser Säure-Basen-Haushalt funktioniert allerdings wesentlich komplexer. Der pH-Wert unseres Blutes wird in sehr engen Grenzen reguliert. Dafür sorgen unter anderem Lunge, Nieren und verschiedene Puffersysteme.

Ein basisches Getränk kann deshalb nicht einfach unseren gesamten Körper basisch machen.

Die Ernährung kann zwar den pH-Wert des Urins beeinflussen – das bedeutet aber nicht, dass sich der pH-Wert des Blutes entsprechend verändert hat.

Wer basisches Wasser gerne trinkt, muss es deshalb nicht meiden. Einen besonderen Schutz vor einer vermeintlichen „Übersäuerung des Körpers“ würde ich davon aber nicht erwarten.

Merksatz: Der pH-Wert deines Wassers bestimmt nicht den pH-Wert deines Körpers.

💡 Vielleicht der größte Irrtum: Je mehr, desto besser

Dieser Gedanke zieht sich eigentlich durch mehrere Trinkmythen.

Zu wenig Flüssigkeit ist nicht gut. Daraus folgt aber nicht:

Mehr muss besser sein.

Unser Körper besitzt ein erstaunlich fein abgestimmtes System aus Durst, Hormonen, Nierenfunktion und Ausscheidung, um seinen Wasserhaushalt zu regulieren. Wir dürfen diese Signale durchaus ernst nehmen.

Und statt ständig zu überlegen, ob wir heute schon exakt unsere vorgeschriebene Literzahl erreicht haben, hilft im Alltag manchmal etwas viel Einfacheres:

Durst wahrnehmen, Verluste berücksichtigen – und zwischendurch ruhig einmal ins Klo schauen. 😉

10 einfache Tipps, um ausreichend zu trinken

Eigentlich ist Trinken etwas völlig Natürliches. Trotzdem gibt es Menschen, die am Abend feststellen, dass sie den ganzen Tag kaum etwas getrunken haben.

Wenn dir das öfter passiert, musst du nicht gleich anfangen, jedes Glas zu protokollieren. Oft reichen ein paar kleine Veränderungen im Alltag.

1. Trink etwas, das dir wirklich schmeckt

Das klingt banal, ist aber für mich einer der wichtigsten Punkte.

Wenn dir dein Leitungswasser nicht schmeckt, wirst du wahrscheinlich automatisch weniger davon trinken. Vielleicht schmeckt dir ein anderes Wasser besser oder du bevorzugst ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee.

Wasser darf auch Geschmack bekommen: ein paar Scheiben Zitrone, Gurke, etwas Minze, Zitronenmelisse oder einige Beeren können für Abwechslung sorgen.

Das beste Alltagsgetränk nützt wenig, wenn du dich jedes Mal überwinden musst, es zu trinken.

2. Finde deine bevorzugte Trinktemperatur

Muss Wasser zimmerwarm sein? Ist kaltes Wasser ungesund? Sollte Tee immer heiß getrunken werden?

Mach es dir nicht komplizierter als notwendig.

Ich trinke beispielsweise meinen Kräutertee gerne in ganz unterschiedlichen Temperaturen. Wenn ich eine Kanne zubereite, trinke ich ihn zunächst warm, später lauwarm und irgendwann kalt. Manchmal stelle ich ihn bewusst in den Kühlschrank, weil ich gerade Lust auf einen richtig kalten Tee habe.

Trink dein Getränk so, wie es dir am besten schmeckt.

Wenn du dadurch häufiger danach greifst, hast du schon viel gewonnen.

3. Stell dein Getränk dorthin, wo du es siehst

Manchmal trinken wir nicht zu wenig, weil wir keinen Durst haben, sondern weil wir schlicht nicht daran denken.

Eine Karaffe auf dem Schreibtisch, ein Glas neben dem Lieblingssessel oder eine Flasche unterwegs kann schon reichen.

Was sichtbar ist, wird eher getrunken.

4. Verbinde Trinken mit deinen Gewohnheiten

Du musst dir nicht unbedingt alle zwei Stunden einen Handywecker stellen. Einfacher kann es sein, das Trinken mit Dingen zu verbinden, die du sowieso jeden Tag machst.

Zum Beispiel:

nach dem Aufstehen – nach dem Zähneputzen – bei einer Arbeitspause – zum Kaffee – nach einem Spaziergang – nach dem Toilettengang.

Nach einiger Zeit wird daraus eine Gewohnheit und du musst nicht mehr darüber nachdenken.

5. Trink über den Tag verteilt

Wenn du am Abend feststellst, dass du fast nichts getrunken hast, musst du nicht versuchen, dein vermeintliches Soll innerhalb einer Stunde nachzuholen.

Das ist weder angenehm noch notwendig. Besonders wenn du nachts häufig zur Toilette musst, kann es sinnvoller sein, den größeren Teil deiner Flüssigkeit bereits tagsüber zu trinken.

Regelmäßig kleine Mengen sind für viele Menschen wesentlich angenehmer als wenige sehr große Mengen auf einmal.

6. Vergiss das Wasser in deinem Essen nicht

Auch Gurken, Tomaten, Zucchini, Salat, Beeren, Melonen, Suppen und viele andere Lebensmittel liefern Wasser.

Das heißt nicht, dass du deshalb nichts mehr trinken musst. Aber unsere Flüssigkeitsversorgung besteht eben nicht nur aus dem, was wir ins Glas füllen.

Auch eine gemüse- und wasserreiche Ernährung trägt dazu bei.

7. Mach ungesüßten Tee zu deiner Abwechslung

Wenn dir Wasser irgendwann langweilig wird, muss die Alternative nicht Limonade oder Saft sein.

Ungesüßter Tee kann unglaublich vielseitig sein. Kräutertee, Früchtetee oder andere geeignete Teesorten schmecken warm oft völlig anders als kalt.

Gerade im Sommer kann eine Kanne abgekühlter Tee eine schöne Alternative zu Wasser sein – ganz ohne Zucker. Und wer sich erst einmal an weniger Süße gewöhnt hat, vermisst sie häufig irgendwann gar nicht mehr.

8. Denk bei Hitze und Bewegung rechtzeitig ans Trinken

Wenn du weißt, dass du mehrere Stunden draußen unterwegs bist, Sport machst oder bei Hitze körperlich arbeitest, nimm dir etwas zu trinken mit. Dann musst du nicht erst warten, bis du starken Durst hast und weit und breit kein Wasser verfügbar ist.

Bei längerem starkem Schwitzen solltest du außerdem daran denken:

Wir verlieren nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte.

Für einen normalen Spaziergang brauchst du deshalb noch kein Sportgetränk. Bei großen und länger anhaltenden Verlusten sieht die Situation anders aus.

9. Schau ruhig einmal ins Klo

Das ist einer meiner einfachsten Alltagstipps.

Schau auf die Farbe deines Urins.

Ist er über den Tag meist hellgelb, passt die Flüssigkeitsversorgung häufig ganz gut.

Ist er wiederholt deutlich dunkel und konzentriert und du weißt gleichzeitig, dass du kaum etwas getrunken hast, könnte ein zusätzliches Glas Wasser eine gute Idee sein.

Und natürlich gilt weiterhin: Urinfarbe ist eine Orientierung und kein medizinischer Test.

10. Mach aus dem Trinken keinen Wettbewerb – aber nutze Hilfen, wenn sie dir helfen

Du brauchst keine riesige Wasserflasche, auf der steht, um welche Uhrzeit du welchen Strich erreicht haben musst.

Es sei denn, genau das hilft dir. Denn für Menschen, die das Trinken häufig vergessen, können solche einfachen Erinnerungen ausgesprochen praktisch sein.

Das habe ich selbst bei meiner Enkeltochter erlebt. Sie hat als Kind häufig zu wenig getrunken und bekam immer wieder Kopfschmerzen. Seit sie eine Trinkflasche mit Markierungen hat, an denen sie sieht, wie viel sie bis zu einer bestimmten Zeit getrunken haben sollte, denkt sie wesentlich besser daran.

Und vor allem: Es macht ihr Spaß. Ihre Situation hat sich dadurch deutlich verbessert.

Natürlich bedeutet das nicht, dass Kopfschmerzen bei Kindern grundsätzlich von zu wenig Flüssigkeit kommen. Kopfschmerzen können viele Ursachen haben. In ihrem Fall war aber sehr deutlich zu beobachten, dass regelmäßigeres Trinken einen Unterschied machte.

Genau dafür sind solche Hilfsmittel gedacht.

Eine markierte Trinkflasche, eine Erinnerung am Handy oder eine Trink-App kann sinnvoll sein, wenn sie dir hilft, eine gute Gewohnheit aufzubauen.

Problematisch wird es erst, wenn daraus ein Wettbewerb entsteht und wir unabhängig von Durst, Wetter, Bewegung und Ernährung zwanghaft eine möglichst große vorgegebene Wassermenge erreichen wollen.

Unser Flüssigkeitsbedarf ist individuell und verändert sich von Tag zu Tag.

Nutze Erinnerungen, wenn du sie brauchst – aber lass die Markierungen auf deiner Flasche nicht darüber entscheiden, wie viel dein Körper unter allen Umständen trinken muss.

💡 Mein wichtigster Tipp

Mach es dir einfach.

Such dir Getränke, die du gerne trinkst, stell sie in Reichweite und beobachte deinen Körper.

An einem heißen Sommertag kann das deutlich mehr sein als an einem gemütlichen Wintertag. Nach einer großen Portion wasserreichem Gemüse vielleicht weniger als nach trockenen Mahlzeiten.

Wir müssen unseren Körper nicht jeden Tag auf den Milliliter genau mit Wasser versorgen. Er kann seinen Wasserhaushalt erstaunlich gut regulieren.

Wir müssen ihm nur die Möglichkeit geben, das zu tun.

Häufige Fragen zum richtigen Trinken

Wie viel sollte man am Tag trinken?

Für viele gesunde Erwachsene gelten unter normalen Bedingungen etwa 1,5 – 2 Liter Getränke pro Tag als brauchbare Orientierung.

Das ist aber keine feste Menge, die jeder Mensch täglich erreichen muss. Wie viel Flüssigkeit du tatsächlich benötigst, hängt unter anderem von Bewegung, Temperatur, Ernährung, Körpergröße und deinen Flüssigkeitsverlusten ab.

Außerdem nehmen wir auch über Lebensmittel Wasser auf. Gemüse, Obst, Suppen und andere wasserreiche Lebensmittel tragen zur gesamten Flüssigkeitsversorgung bei.

Bei Hitze, Sport, starkem Schwitzen, Fieber, Durchfall oder Erbrechen kann der Bedarf deutlich steigen.

Entscheidend ist deshalb nicht eine bestimmte Literzahl, sondern dass die Flüssigkeitszufuhr zur jeweiligen Situation passt.

Muss man trinken, bevor man Durst bekommt?

Ein gesunder Erwachsener muss im normalen Alltag nicht ständig vorsorglich trinken, damit bloß kein Durst entsteht. Durst gehört zu unserem natürlichen Regulationssystem und signalisiert, dass es Zeit ist, Flüssigkeit aufzunehmen.

Es gibt allerdings Situationen, in denen wir bewusster trinken sollten. Dazu gehören beispielsweise große Hitze, längere sportliche Belastungen und ein höheres Lebensalter, weil das Durstempfinden mit zunehmendem Alter nachlassen kann.

Auch Menschen, die im Alltag schlicht vergessen zu trinken, können von festen Trinkgewohnheiten oder Erinnerungen profitieren.

Woran erkenne ich, ob ich genug getrunken habe?

Ein einfacher Hinweis ist tatsächlich der Blick ins Klo.

Hellgelber Urin spricht häufig für eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung. Ist der Urin wiederholt deutlich dunkel und konzentriert und du weißt gleichzeitig, dass du kaum etwas getrunken hast, kann etwas mehr Flüssigkeit sinnvoll sein.

Der erste Morgenurin ist normalerweise etwas dunkler. Auch Medikamente, Lebensmittel (z.B. rote Rüben) und Nahrungsergänzungsmittel können die Farbe beeinflussen.

Die Urinfarbe ist deshalb kein medizinischer Test – aber eine ausgesprochen einfache Orientierung im Alltag.

Zählen Kaffee und Tee zur täglichen Trinkmenge?

Ja. Ungesüßter Tee eignet sich hervorragend als Flüssigkeitsquelle. Auch Kaffee trägt zur Flüssigkeitsversorgung bei.

Auch aus der medizinischen Praxis kennen wir das: Wird im Krankenhaus eine Flüssigkeitsbilanz geführt, werden Kaffee und Tee bei der Flüssigkeitszufuhr mitgerechnet. Die Flüssigkeit in einer Tasse Kaffee hört schließlich nicht auf, Wasser zu sein, nur weil Kaffee darin enthalten ist.

Koffein kann zwar kurzfristig die Harnausscheidung erhöhen, besonders bei Menschen, die selten Koffein konsumieren. Kaffee entzieht dem Körper aber nicht einfach die gesamte Flüssigkeit, die wir damit aufgenommen haben.

Wasser sollte trotzdem der wichtigste Durstlöscher bleiben.

Ist Wasser mit Kohlensäure ungesund?

Nein. Kohlensäurehaltiges Wasser ist nicht grundsätzlich ungesund.

Manche Menschen vertragen stilles Wasser allerdings besser. Kohlensäure kann beispielsweise Aufstoßen oder ein unangenehmes Völlegefühl begünstigen.

Wenn du Mineralwasser mit Kohlensäure gerne trinkst und gut verträgst, musst du darauf aus gesundheitlichen Gründen nicht verzichten.

Ich persönlich bevorzuge inzwischen stilles Wasser – aber das ist eine Vorliebe und keine allgemeine Ernährungsregel.

Ist Leitungswasser gesünder als Mineralwasser?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Zusammensetzung von Wasser unterscheidet sich je nach Quelle erheblich. Leitungswasser kann durchaus relevante Mengen Calcium und Magnesium enthalten, während manche Mineralwässer vergleichsweise mineralstoffarm sind – und umgekehrt.

Wer es genauer wissen möchte, kann sich die Analyse seines örtlichen Trinkwassers beziehungsweise die Mineralstoffangaben auf der Mineralwasserflasche ansehen.

Wenn dein Leitungswasser qualitativ einwandfrei ist und dir schmeckt, ist es für den Alltag eine sehr einfache und nachhaltige Lösung.

Brauche ich einen Wasserfilter?

Nicht automatisch. Bevor man Wasser aufbereitet, sollte man zunächst wissen:

Was möchte ich überhaupt verändern oder entfernen?

Aktivkohlefilter, Enthärtungsanlagen und Umkehrosmoseanlagen funktionieren völlig unterschiedlich und erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Ein Filter macht gutes Trinkwasser nicht automatisch gesünder. Wird ein Filtersystem verwendet, sind außerdem die richtige Wartung und der rechtzeitige Wechsel von Filterelementen wichtig.

Ist Osmosewasser gesund?

Umkehrosmose kann viele gelöste Stoffe aus dem Wasser stark reduzieren. Dabei werden allerdings auch Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium weitgehend entfernt.

Osmosewasser ist deshalb sehr mineralstoffarm. Das bedeutet weder, dass es automatisch das gesündeste Wasser ist, noch dass es grundsätzlich ungeeignet zum Trinken wäre.

Unsere Mineralstoffversorgung erfolgt überwiegend über die Ernährung. Wer hauptsächlich sehr mineralstoffarmes Wasser trinkt, sollte trotzdem die gesamte Mineralstoffversorgung im Blick behalten.

Mittlerweile gibt es außerdem Umkehrosmoseanlagen mit anschließender Remineralisierung.

Ich persönlich verwende seit Jahren eine Umkehrosmose, ich trinke aber nicht ausschließlich Osmosewasser, sondern auch sehr viel Leitungswasser.

Ist basisches Wasser gesünder?

Ein höherer pH-Wert macht Wasser nicht automatisch gesünder. Unser Körper reguliert den pH-Wert des Blutes innerhalb sehr enger Grenzen. Daran sind unter anderem Lunge, Nieren und verschiedene Puffersysteme beteiligt.

Basisches Wasser kann diesen Regulationsmechanismus nicht einfach ersetzen und unseren Körper insgesamt „basisch machen“.

Wenn dir basisches Wasser schmeckt, spricht das nicht automatisch dagegen. Du brauchst es aber nicht, um eine vermeintliche Übersäuerung des Körpers zu verhindern.

Darf man während des Essens trinken?

Ja. Ein Glas Wasser zur Mahlzeit verdünnt die Magensäure nicht so stark, dass dadurch bei einem gesunden Menschen die Verdauung nicht mehr funktionieren würde. Trotzdem kann es individuelle Unterschiede geben.

Wer nach Mahlzeiten häufig mit Völlegefühl, Aufstoßen oder Blähungen zu tun hat, kann einmal ausprobieren, den größeren Teil seiner Getränke zwischen den Mahlzeiten zu trinken und während des Essens nur wenig oder gar nichts.

Wenn du damit keinen Unterschied bemerkst, gibt es keinen Grund, daraus eine Regel zu machen.

Und wenn du beim Essen Durst hast: Dann trink.

Kann man auch zu viel Wasser trinken?

Ja. Sehr große Wassermengen innerhalb kurzer Zeit können die Natriumkonzentration im Blut zu stark verdünnen. Im Extremfall kann daraus eine gefährliche Hyponatriämie entstehen.

Im normalen Alltag eines gesunden Menschen passiert das nicht, weil man einmal ein Glas Wasser mehr trinkt.

Es ist aber ein weiterer Grund, warum die Empfehlung „Je mehr Wasser, desto besser“ nicht stimmt.

Braucht man Elektrolytgetränke?

Im normalen Alltag meistens nicht.

Wer sich ausgewogen ernährt und keine außergewöhnlich großen Flüssigkeitsverluste hat, bekommt die benötigten Elektrolyte normalerweise über die Ernährung.

Anders kann es bei sehr starkem und längerem Schwitzen, langen intensiven sportlichen Belastungen oder größeren Flüssigkeitsverlusten durch Durchfall und Erbrechen aussehen.

Dann kann es wichtig werden, nicht nur Wasser, sondern auch verlorene Elektrolyte zu ersetzen.

Hilft Wasser beim Abnehmen?

Wasser verbrennt kein Körperfett und schwemmt Fett auch nicht aus unseren Fettzellen. Trotzdem kann Wasser beim Abnehmen sehr hilfreich sein.

Wer gezuckerte oder andere energiereiche Getränke durch Wasser oder ungesüßten Tee ersetzt, kann dadurch seine tägliche Energiezufuhr deutlich reduzieren.

Außerdem benötigt unser Körper selbstverständlich ausreichend Flüssigkeit für seine normalen Stoffwechsel-, Transport- und Ausscheidungsprozesse – auch während einer Gewichtsabnahme.

Ausreichend trinken ist deshalb sinnvoll. Besonders viel trinken lässt das Fett aber nicht schneller verschwinden.

Müssen Kinder besonders ans Trinken erinnert werden?

Kinder können im Spielen tatsächlich vergessen zu trinken. Deshalb kann es hilfreich sein, Getränke gut sichtbar und leicht erreichbar anzubieten und regelmäßig daran zu erinnern – ohne daraus einen Zwang zu machen.

Manchen Kindern helfen Trinkflaschen mit Markierungen oder kleinen Zeitangaben. Sie sehen dadurch, wie viel sie bereits getrunken haben, und das Trinken wird ein bisschen spielerischer.

Auch hier gilt aber: Eine vorgegebene Markierung ist eine Erinnerung und keine medizinisch notwendige Trinkmenge für jedes Kind.

💡 Die häufigste Frage lässt sich eigentlich ganz einfach beantworten

Was soll ich trinken und wie viel davon?

Für den normalen Alltag lautet meine Antwort:

Trink überwiegend Wasser oder ungesüßte Getränke, achte auf deinen Durst und deine Flüssigkeitsverluste und schau ruhig gelegentlich auf die Farbe deines Urins.

Bei Hitze, Sport, Krankheit oder im höheren Alter darfst du etwas genauer hinschauen.

Und vor allem: Mach aus ausreichendem Trinken keine kompliziertere Wissenschaft, als es sein muss.

Fazit: Richtig trinken darf einfach sein

Wasser ist lebensnotwendig. Unser Körper braucht es für den Transport von Nährstoffen und Stoffwechselprodukten, für die Regulation unserer Körpertemperatur, für die Verdauung und für zahlreiche weitere Stoffwechselvorgänge.

Trotzdem müssen wir aus dem Trinken keine Wissenschaft machen. Du brauchst nicht jeden Tag exakt dieselbe Flüssigkeitsmenge. An einem heißen Sommertag, beim Sport oder bei körperlicher Arbeit kann dein Bedarf deutlich höher sein als an einem ruhigen Wintertag. Und wenn du viel Gemüse, Obst oder andere wasserreiche Lebensmittel isst, nimmst du auch darüber Flüssigkeit auf.

Eine feste Literzahl kann deshalb immer nur eine Orientierung sein.

Unser Körper besitzt mit Durst, Nierenfunktion und hormoneller Regulation ein erstaunlich ausgeklügeltes System, um seinen Wasserhaushalt zu steuern.

Wir dürfen wieder etwas mehr lernen, darauf zu achten. Habe ich Durst? Habe ich heute stark geschwitzt? War es besonders heiß? Habe ich überhaupt schon etwas getrunken?

Und natürlich mein ganz einfacher Tipp:

Schau ruhig einmal ins Klo.

Die Farbe deines Urins kann dir im Alltag einen guten Hinweis darauf geben, ob du ausreichend getrunken hast. Sie ist kein medizinischer Test, aber eine praktische Orientierung, für die du weder eine App noch einen Messbecher brauchst.

Wasser muss nicht kompliziert sein

Auch bei der Wahl des Wassers müssen wir keine Glaubensfrage daraus machen.

Leitungswasser, Mineralwasser oder aufbereitetes Wasser können je nach Ausgangsqualität und persönlicher Situation eine gute Wahl sein. Ein aufwendiges Filtersystem macht Wasser nicht automatisch gesünder. Umgekehrt ist Wasser aus einer Umkehrosmoseanlage nicht automatisch schlecht, nur weil es sehr mineralstoffarm ist.

Entscheidend ist, welches Wasser tatsächlich zur Verfügung steht, welche Qualität es hat und ob du es gerne trinkst.

Denn auch der Geschmack spielt eine Rolle. Wenn du ein bestimmtes Wasser überhaupt nicht magst und deshalb ständig zu wenig trinkst, ist damit wenig gewonnen.

Du musst auch nicht ausschließlich Wasser trinken

Ungesüßter Tee kann wunderbar für Abwechslung sorgen. Und auch Kaffee trägt zur Flüssigkeitszufuhr bei – etwas, das übrigens ganz selbstverständlich berücksichtigt wird, wenn im Krankenhaus eine Flüssigkeitsbilanz geführt wird.

Ob du deinen Tee heiß, lauwarm oder eisgekühlt bevorzugst, darfst du selbst entscheiden.

Und wenn dir eine schöne Trinkflasche, eine Markierung auf der Flasche oder eine Erinnerung am Handy dabei hilft, regelmäßig ans Trinken zu denken, dann nutze sie.

Eine Trinkhilfe soll dich unterstützen – nicht unter Druck setzen.

Ausreichend statt möglichst viel

Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieser ganzen Seite. Wir sprechen häufig davon, dass Menschen mehr trinken sollten. Eigentlich wäre die bessere Empfehlung:

Trink ausreichend.

Denn auch beim Wasser gilt nicht automatisch: Viel hilft viel.

Bei großen Flüssigkeitsverlusten kann deutlich mehr notwendig sein. Bei starkem Schwitzen, Durchfall oder Erbrechen müssen wir außerdem daran denken, dass unser Körper nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte verliert.

Und wer aufgrund einer Erkrankung eine bestimmte Trinkmenge einhalten muss, orientiert sich selbstverständlich an seiner individuellen medizinischen Empfehlung.

Für die meisten gesunden Menschen darf es dagegen wesentlich unkomplizierter sein.

💡 Mein Fazit

Trink überwiegend Wasser und ungesüßte Getränke.
Trink etwas, das dir schmeckt.
Achte auf Durst und Flüssigkeitsverluste.
Und schau gelegentlich ins Klo.

Du musst keine möglichst hohe Literzahl erreichen.

Du musst dein Wasser nicht „optimieren“, wenn du mit seiner Qualität und seinem Geschmack zufrieden bist.

Und du brauchst kein besonderes Getränk, das deinen Körper entgiftet, entsäuert oder dein Fett zum Schmelzen bringt.

Dein Körper braucht vor allem eines: ausreichend Flüssigkeit – passend zu dir, deinem Alltag und deiner jeweiligen Situation.

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